Krypto-Aktien profitieren von Sektorrotation aus KI-Infrastrukturwerten
Während Chip- und KI-Aktien unter Druck gerieten, zogen Anleger Kapital in Krypto-Titel um – Bitcoin-Miner blieben jedoch außen vor.

Krypto-Aktien gehörten am Montag zu den größten Gewinnern an den US-Märkten. Während der breitere Markt nachgab und Kapital aus Chip- und KI-Infrastrukturwerten abgezogen wurde, profitierten zahlreiche Krypto-Unternehmen von einer deutlichen Sektorrotation.
Angeführt wurde die Bewegung von Bitmine Immersion, das um 11% zulegte. Das Unternehmen hatte laut einem Update vom Montag seine Ether-Bestände um knapp 10.000 Coins aufgestockt – zum aktuellen Kurs ein Gegenwert von rund 19,4 Millionen US-Dollar. Auch Sharplink Gaming, ebenfalls auf ETH-Bestände spezialisiert, gewann 6%.
Der Bitcoin-Treasury-Pionier Strategy verzeichnete ein Plus von 7%. Bemerkenswert: Das Unternehmen hatte in der fünften Woche in Folge sein Cash-Polster ausgebaut, anstatt Bitcoin zu kaufen. Coinbase Global, BitGo und Figure Technology stiegen jeweils zwischen 4% und 6%.
Circles IBM-Patent-Deal sorgt für Aufmerksamkeit
Auch der Stablecoin-Emittent Circle Internet Group legte zu – um 2%. Auslöser war die Bekanntgabe, dass Circle das Portfolio von IBM mit mehr als 1.000 Blockchain-bezogenen Patenten weltweit erworben hat. Finanzielle Details zur Übernahme wurden nicht genannt.
Die branchenweite Aufwärtsbewegung bei Krypto-Titeln fand vor dem Hintergrund eines starken Ausverkaufs bei Ölpreisen, sinkender Renditen für US-Staatsanleihen und einer anhaltenden Risikoaversion gegenüber Speicherchip-Aktien statt. Chip- und KI-Infrastrukturaktien gerieten unter Druck, da Sorgen über zirkuläre Finanzierungen zunahmen und der Wettbewerb durch chinesische Halbleiterunternehmen wuchs. Owen Lau, Analyst bei ClearStreet, erklärte, dass die daraus resultierende Neubewertung von Risiken die Kapitalrotation in alternative Themen wie Krypto beschleunigt habe.
Bitcoin-Miner bleiben außen vor – auch reine Miner unter Druck
Während klassische Krypto-Unternehmen zulegten, notierten Bitcoin-Miner mit KI-Bezug einheitlich im Minus. Cipher Mining führte die Verlierer mit einem Rückgang von 8% an. Hut 8 verlor 6%, Terawulf 4%. Die Schwäche weitete sich auch auf reine Bitcoin-Miner aus: Riot Platforms verlor 5%, Mara Holdings sank um 3%, CleanSpark notierte 4% tiefer. Core Scientific, das sich weitgehend vom Bitcoin-Mining abgewendet hat, verzeichnete sogar ein Minus von 9%.
Der Grund für diese Entwicklung liegt in der veränderten Wahrnehmung durch Investoren. Die meisten börsennotierten Bitcoin-Miner werden zunehmend als Eigentümer digitaler Infrastruktur bewertet – nicht mehr nur als Bitcoin-Produzenten. Ausschlaggebend sind dabei ihre Stromkapazitäten, Rechenzentrum-Assets und Energieverträge. Infolgedessen werden selbst reine Bitcoin-Miner wie Mara Holdings und Riot Platforms oft gemeinsam mit KI-orientierten Minern gehandelt – etwa durch thematische Baskets, Branchen-ETFs und algorithmische Positionierungen. Das löst breite Bewegungen im gesamten Mining-Sektor aus.
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Zur AktienanalyseMichael Donovan, Senior Research Analyst bei Compass Point, verwies zudem auf Berichte über Gespräche von Nvidia zur finanziellen Unterstützung von OpenAIs Plänen, ein neues KI-Rechenzentrum in Ohio zu leasen. Dies unterstreiche die wachsende Rolle von Krediten bei der Ermöglichung von KI-Investitionen.
Bitcoin stabil, Ether mit leichtem Plus
Auf Kryptowährungsebene blieb Bitcoin selbst weitgehend unverändert und notierte unter der Marke von 65.000 US-Dollar. Ether legte um mehr als 1% zu und lag bei rund 1.900 US-Dollar – was die erhöhte Nachfrage nach ETH-bezogenen Unternehmensstrategien erklären dürfte.


