Kroger-Aktie fällt nach schwachen Quartalsergebnissen unter Erwartungen
Der US-Supermarktriese Kroger verfehlte im ersten Geschäftsquartal die Gewinnerwartungen der Wall Street knapp und belastete damit die Aktie.

Die Aktie des amerikanischen Supermarktbetreibers Kroger gab am Donnerstag nach, nachdem das Unternehmen Quartalsergebnisse vorlegte, die die Erwartungen der Anleger leicht verfehlten. Der bereinigte Umsatz stieg im ersten Geschäftsquartal, das am 23. Mai endete, im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf 46 Milliarden US-Dollar. Für deutsche Anleger, die in US-Einzelhandelswerte investieren, liefern die Zahlen ein gemischtes Bild.
Ohne Berücksichtigung von Kraftstoffverkäufen stiegen die sogenannten Identical Sales – also die flächenbereinigten Umsätze in Geschäften, die seit mindestens fünf vollen Quartalen geöffnet sind – um 1 Prozent. Diese Kennzahl gilt im US-Einzelhandel als wichtiger Indikator für organisches Wachstum und zeigt, wie gut ein Unternehmen bestehende Filialen auslastet.
Die Bruttomarge des Konzerns sank jedoch von 23 Prozent im Vorjahresquartal auf 22,7 Prozent. Als Ursachen nannte das Unternehmen höhere Versandkosten sowie Preissenkungen, mit denen Kroger offenbar auf den Wettbewerbsdruck im US-Lebensmitteleinzelhandel reagiert. Zusätzlich belasteten höhere Personalkosten die operative Marge des Unternehmens.
Gewinn je Aktie knapp unter Wall-Street-Schätzung
Trotz dieser Belastungen stieg der bereinigte operative Gewinn von Kroger um weniger als 2 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte dank Aktienrückkäufen um 6 Prozent auf 1,58 US-Dollar zu. Damit verfehlte Kroger jedoch knapp die Erwartungen der Wall Street, die einen Gewinn von 1,59 US-Dollar je Aktie prognostiziert hatte – ein Unterschied von lediglich einem Cent, der dennoch für Enttäuschung an den Märkten sorgte.
CEO Greg Foran nutzte die Telefonkonferenz mit Analysten, um die strategische Richtung des Unternehmens zu verdeutlichen. „Heute muss die Lücke zwischen unseren besten Filialen und dem Rest der Flotte verringert werden", sagte Foran. „Diese zu schließen, ist eine unserer größten kurzfristigen Chancen." Der Manager betonte damit, dass er mehr Beständigkeit in die Betriebsabläufe der Supermarktkette bringen will.
Kostensenkungen als oberste Priorität
Besonders deutlich wurde Foran beim Thema Kosten. Er räumte ein, dass die Betriebskosten schneller gewachsen seien als der Umsatz – ein Trend, den er entschlossen umkehren will. „Kostensenkungen in diesem Geschäft sind nicht optional", sagte der CEO. „Es ist der Ausgangspunkt für alles andere, was wir tun wollen."
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Zur AktienanalyseTrotz der durchwachsenen Quartalszahlen bekräftigte Kroger seine Finanzprognose für das Gesamtjahr. Das Management erwartet weiterhin einen bereinigten operativen Gewinn von rund 5,1 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie soll sich im Bereich zwischen 5,10 und 5,30 US-Dollar bewegen. Das Unternehmen sieht sich damit auf Kurs, die Jahresziele zu erreichen.
Für Anleger bleibt Kroger ein klassisches Beispiel für den hart umkämpften US-Lebensmitteleinzelhandel, in dem dünne Margen und hoher Wettbewerbsdruck die Norm sind. Die Kombination aus leicht enttäuschenden Quartalszahlen und einem klaren Fokus des Managements auf Effizienzsteigerungen dürfte die Aktie kurzfristig unter Druck halten, während die bestätigte Jahresprognose zumindest für eine gewisse Stabilität sorgt.


