Kretinsky übernimmt vollständige Kontrolle bei LEAG
EP Group plant Investitionen in grüne Energie und Batteriespeicher

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky hat über seine Unternehmensgruppe EP Energy Transition sämtliche Anteile am deutschen Kraftwerksbetreiber LEAG übernommen. Die Tochtergesellschaft der EP Group erwarb die noch ausstehenden 30 Prozent der Anteile von der PPF Group, die der Familie des verstorbenen Milliardärs Petr Kellner gehört. Damit endet eine rund neun Jahre andauernde Partnerschaft zwischen der EP Group und der PPF Group bei LEAG. Beide Unternehmen äußerten sich nicht zum Kaufpreis der Transaktion.
LEAG, einer der größten Betreiber von Kohlebergwerken und Kraftwerken in Deutschland, spielt eine zentrale Rolle in der nationalen Energieversorgung. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen der zweitgrößte Stromproduzent Deutschlands. Mit der vollständigen Übernahme erhält Kretinsky nun die Möglichkeit, die strategische Ausrichtung des Unternehmens ohne Mitspracherechte eines weiteren Eigentümers festzulegen.
Die EP Group kündigte an, die Umstellung der LEAG auf eine klimafreundlichere Energieproduktion voranzutreiben. Geplant seien Investitionen in große Batteriespeicher, wasserstofftaugliche Gaskraftwerke sowie in erneuerbare Energiequellen. Die Unternehmensgruppe betonte, dass diese Transformation in enger Abstimmung mit politischen Entscheidungsträgern erfolgen solle. Angesichts der Bedeutung der LEAG für die Energiesicherheit sei eine koordinierte Vorgehensweise erforderlich.
Jan Springl, Vorstandsmitglied der EP Group, erklärte, man sei sich der sozialen Verantwortung bewusst, die mit der Neuausrichtung des Unternehmens einhergehe. Die LEAG sei ein bedeutender Arbeitgeber in der Region, und die angestrebten Veränderungen müssten daher sozialverträglich gestaltet werden. Konkrete Maßnahmen oder Zeitpläne wurden in der Mitteilung jedoch nicht genannt.
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Zur AktienanalyseDie PPF Group begründete den Verkauf ihrer Anteile mit einer strategischen Neuausrichtung. Künftig wolle sich das Unternehmen stärker auf die Bereiche Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Medien, E-Commerce und Immobilien konzentrieren. In diesem Kontext passe der vollständige Rückzug aus dem Energiesektor in Deutschland zu den aktuellen unternehmerischen Zielen der Gruppe.


