Kreml warnt: US-Blockade von Hormus belastet globale Märkte
Russland kritisiert US-Pläne zur Sperrung iranischer Häfen und warnt vor negativen Folgen für internationale Märkte und Ölversorgung.

Der Kreml hat am Montag die Ankündigung der USA scharf kritisiert, die Straße von Hormus durch eine Abriegelung iranischer Häfen zu blockieren. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow warnte dabei ausdrücklich vor den Folgen für die globalen Märkte. Die Reaktion aus Moskau unterstreicht die geopolitische Brisanz des US-Vorhabens.
Das US-Militär gab bekannt, ab Montag um 10:00 Uhr ET (14:00 Uhr GMT) Schiffe an der Ein- und Ausfahrt aus iranischen Häfen zu hindern. Die Maßnahme zielt darauf ab, den Zugang des Iran zu internationalen Seewegen zu unterbinden. Damit eskaliert Washington seinen Druck auf Teheran erheblich.
Täglich zwei Millionen Barrel weniger auf dem Weltmarkt
Die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Blockade wären erheblich: Täglich würden rund zwei Millionen Barrel iranisches Öl nicht mehr auf die Weltmärkte gelangen. Das globale Angebot würde dadurch weiter verknappt – in einem ohnehin angespannten Energiemarkt eine bedeutende Größenordnung. Zum Vergleich: Der weltweite Ölverbrauch liegt bei etwa 100 Millionen Barrel pro Tag.
„Solche Maßnahmen werden sich voraussichtlich weiterhin negativ auf die internationalen Märkte auswirken. Davon kann mit hoher Sicherheit ausgegangen werden", sagte Peskow gegenüber Reportern. Weitere Kommentare lehnte der Kreml-Sprecher ab und verwies darauf, dass viele Details des US-Plans noch unklar seien.
Straße von Hormus: Nadelöhr der globalen Energieversorgung
Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Durch diesen schmalen Meereskanal zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels abgewickelt. Eine Blockade oder auch nur eine Störung des Verkehrs dort hat historisch stets unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise gehabt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger und Energieverbraucher ist die Entwicklung besonders relevant: Deutschland bezieht einen Großteil seines Energiebedarfs über internationale Märkte, die empfindlich auf Angebotsschwankungen reagieren. Steigende Ölpreise infolge einer Angebotsverknappung könnten sich auf Kraftstoffpreise, Heizkosten und die allgemeine Inflation auswirken.
Die Situation bleibt angespannt. Während Washington seinen Kurs gegenüber Teheran verschärft, positioniert sich Moskau klar als Kritiker dieser Politik. Wie sich die Lage weiterentwickelt und welche konkreten Auswirkungen die US-Maßnahmen auf die Ölmärkte haben werden, bleibt nach Angaben des Kremls angesichts noch unklarer Details abzuwarten.


