Krankenversicherer widersetzen sich Medicare-Programm für günstige GLP-1-Medikamente
CVS steigt aus, UnitedHealth warnt vor erheblichen Herausforderungen beim geplanten 50-Dollar-Monatsprogramm für Senioren.

Große US-Krankenversicherer stemmen sich gegen ein neues Medicare-Programm, das älteren Amerikanern Zugang zu GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion für lediglich 50 US-Dollar pro Monat verschaffen soll. Die Widerstände aus der Versicherungsbranche gefährden das Vorhaben bereits in einer frühen Phase.
CVS Health hat gegenüber dem Finanzdienst Bloomberg bestätigt, dass das Unternehmen nicht an dem Programm teilnehmen wird. Eine offizielle Stellungnahme gegenüber MarketWatch blieb das Unternehmen zunächst schuldig. CVS gehört zu den größten Krankenversicherern und Apothekenbetreibern der Vereinigten Staaten, weshalb der Rückzug als bedeutendes Signal für die Branche gilt.
Auch UnitedHealth Group, einer der größten Krankenversicherer der USA, äußerte sich skeptisch. Eine Führungskraft des Konzerns sprach in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Dienstagmorgen von „erheblichen Herausforderungen und offenen Fragen" im Zusammenhang mit dem Programm. Konkrete Details zu den genannten Herausforderungen wurden dabei nicht öffentlich gemacht.
Hintergrund: GLP-1-Medikamente und Medicare
GLP-1-Präparate – darunter bekannte Wirkstoffe wie Semaglutid – haben in den vergangenen Jahren weltweit für Aufsehen gesorgt. Sie gelten als hochwirksam bei der Behandlung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes. In den USA sind diese Medikamente jedoch für viele Patienten kaum erschwinglich, da die monatlichen Kosten ohne Versicherungsdeckung mehrere hundert bis über tausend US-Dollar betragen können.
Medicare ist das staatliche Krankenversicherungsprogramm der USA für Personen ab 65 Jahren sowie für bestimmte Menschen mit Behinderungen. Millionen von Senioren sind auf dieses Programm angewiesen, um ihre Gesundheitsversorgung zu finanzieren. Das geplante Programm hätte diesen Versicherten ermöglicht, GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion für einen monatlichen Eigenanteil von nur 50 US-Dollar zu erhalten – ein erheblicher Preisnachlass gegenüber den üblichen Marktpreisen.
Versicherer sehen offene Fragen
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Zur AktienanalyseDie ablehnende Haltung der Versicherer wirft Fragen über die Umsetzbarkeit des Programms auf. Ohne die Beteiligung großer Krankenversicherer wie CVS und UnitedHealth dürfte es schwierig werden, das Vorhaben flächendeckend umzusetzen. Beide Unternehmen spielen eine zentrale Rolle in der Verwaltung von Medicare-Leistungen in den USA.
Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Gesundheitsmarktes ist die Entwicklung relevant, da sie die anhaltenden Spannungen zwischen staatlichen Gesundheitsprogrammen und privaten Versicherern in den USA verdeutlicht. Zudem zeigt sie, wie stark der Markt für GLP-1-Medikamente politisch und wirtschaftlich umkämpft ist – ein Thema, das auch europäische Pharmaunternehmen und Investoren aufmerksam verfolgen.


