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Kraft Heinz stoppt Aufspaltung: CEO Cahillane setzt auf Sanierung

Neuer Chef sieht Probleme als lösbar - 600 Millionen Dollar für US-Geschäft geplant

Kraft Heinz stoppt Aufspaltung: CEO Cahillane setzt auf Sanierung

Der US-Lebensmittelriese Kraft Heinz hat die im September angekündigte Aufspaltung des Konzerns überraschend gestoppt. Die Entscheidung führte am Mittwoch zu einem Kursverlust von rund fünf Prozent im vorbörslichen Handel. Der neue CEO Steve Cahillane begründete den Schritt mit besseren Chancen für eine interne Sanierung als ursprünglich angenommen.

Cahillane, der erst im Januar von Kellogg zu Kraft Heinz wechselte, zeigte sich überzeugt: "Die Probleme sind behebbar und unter unserer Kontrolle." Der Branchenveteran war eigens für die Umsetzung der Trennung verpflichtet worden, sieht nun aber größere Chancen in einer gemeinsamen Zukunft. Seit seinem Amtsantritt habe er erkannt, dass viele Herausforderungen lösbar seien und die Opportunität größer als erwartet.

Durch den Stopp der Aufspaltung spart Kraft Heinz 300 Millionen Dollar an Trennungskosten sowie weitere einmalige Aufwendungen für 2026. Diese Ressourcen sollen nun in die Sanierung fließen. Die ursprünglichen Pläne hatten eine Trennung in ein Lebensmittel- und ein Soßen-Aufstriche-Unternehmen bis Ende 2026 vorgesehen.

Investitionsoffensive statt Zerschlagung

Stattdessen kündigte der Konzern eine Investitionsoffensive von 600 Millionen Dollar an. Das Geld soll in Marketing, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung fließen, um die "Produktüberlegenheit und ausgewählte Preisgestaltung" zu stärken. Der Fokus liegt dabei klar auf dem schwächelnden US-Geschäft, wo sich die Marktbedingungen seit der Spaltungsentscheidung verschlechtert haben.

Die Aufspaltungspläne waren eine Reaktion auf die enttäuschende Entwicklung seit der Fusion von Kraft und Heinz vor einem Jahrzehnt. Die damalige Zusammenführung hatte nie das erhoffte Wachstum gebracht. Jahre des Kostenabbaus und der Unterinvestition hatten Kraft Heinz im US-Nahrungsmittelsektor ins Hintertreffen geraten lassen.

Schwache Quartalszahlen belasten Ausblick

Die am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen unterstreichen die Herausforderungen. Zwar übertraf der Gewinn die Wall-Street-Schätzungen, doch die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück. Wie andere Hersteller verpackter Lebensmittel kämpft Kraft Heinz mit schwacher Nachfrage, da Verbraucher vermehrt zu günstigeren Alternativen greifen.

Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen einen Rückgang des organischen Nettoumsatzes zwischen 1,5 und 3,5 Prozent. Analysten hatten hingegen mit einem leichten Plus von 0,17 Prozent gerechnet. Etwa 100 Basispunkte des Rückgangs führt Kraft Heinz auf Verzögerungen bei Lebensmittelmarken in den USA zurück.

Die Kehrtwende ist ungewöhnlich: Laut KPMG wird nur etwa jeder zehnte geplante Spin-off tatsächlich abgesagt. Warren Buffett, dessen Berkshire Hathaway 28 Prozent an Kraft Heinz hält und die ursprüngliche Fusion vorangetrieben hatte, zeigte sich Berichten zufolge enttäuscht von der Entscheidung.

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