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Kospi verdoppelt sich 2026 – Goldman Sachs sieht 35% weiteres Potenzial

Der südkoreanische Leitindex Kospi hat sich 2026 bereits verdoppelt. Goldman Sachs hebt das Kursziel auf 12.000 Punkte an.

Kospi verdoppelt sich 2026 – Goldman Sachs sieht 35% weiteres Potenzial

Goldman Sachs hat sein 12-Monats-Kursziel für den südkoreanischen Leitindex Kospi auf 12.000 Punkte angehoben. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von mehr als 35% gegenüber dem aktuellen Niveau. Der Kospi gehört damit zu den weltweit am besten performenden bedeutenden Indizes des Jahres 2026.

Der südkoreanische Aktienmarkt hat sich seit Jahresbeginn um rund 100% verteuert – eine bemerkenswerte Entwicklung, die vor allem auf KI-getriebene Chip-Giganten zurückzuführen ist. Strategen sehen trotz der bereits enormen Kursgewinne weiteres Aufwärtspotenzial, da die Gewinne der Technologieunternehmen weiter zulegen. Goldman-Stratege Timothy Moe und sein Team begründen ihre positive Haltung mit „höheren Gewinnen, einer unterbewerteten Dauer des Speicherzyklus und Katalysatoren für eine Neubewertung". Korea bleibt bei Goldman Sachs mit „Overweight" eingestuft.

Konzentration auf wenige Schwergewichte birgt Risiken

Die Rally hat sich jedoch zunehmend auf eine Handvoll großer Technologiewerte konzentriert. Im Mittelpunkt stehen der Speicherchiphersteller SK Hynix und der Elektronikriese Samsung Electronics. Diese Konzentration auf wenige Titel gibt Analysten Anlass zur Vorsicht.

Jonathan Krinsky, Chef-Markttechniker beim globalen Finanzdienstleister BTIG, warnt vor der fehlenden Marktbreite: „In den letzten sechs Handelstagen ist der Kospi um 12,15% gestiegen. Dennoch war die Marktbreite an jedem Tag negativ, und das nicht zu knapp." Er ergänzt: „Das passiert, wenn einige der größten Titel etwa 50% eines Index ausmachen." Für Anleger bedeutet das: Die Stärke des Index spiegelt nicht die Breite des Marktes wider.

Peter Kim, globaler Stratege bei der KB Financial Group, bezeichnet SK Hynix und Samsung Electronics als Koreas „Twin Towers". Er stellt fest, dass diese beiden Schwergewichte den breiteren Markt weiterhin deutlich übertreffen, während der Halbleiterzyklus der dominierende Treiber für die Aktienperformance bleibt. Gleichzeitig warnt Kim, dass das Geschehen am Aktienmarkt „die Aufmerksamkeit stark von den zugrunde liegenden Schwachstellen der koreanischen Wirtschaft und ihrer Industrien ablenkt".

Schwache Binnenkonjunktur als Gegengewicht zum Börsenboom

Die Divergenz zwischen dem boomenden Aktienmarkt und der schwächeren Realwirtschaft ist deutlich spürbar. Koreas Wirtschaft kämpft mit schleppenden Lohnwachstum, schwacher Arbeitsplatzbeschaffung und dem Druck durch höhere Energiepreise – während Aktien- und Immobilienpreise steigen. Kim warnt zudem, dass China den koreanischen Exporteuren zunehmend Marktanteile abnimmt und die breitere Binnenwirtschaft schwach bleibt.

Diese Widersprüche haben auch die Arbeit der politischen Entscheidungsträger in Seoul erschwert. Trotz der strukturellen Schwächen scheinen globale Investoren bereit, diese Risiken vorerst zu ignorieren. Die KI-getriebenen Gewinne dominieren weiterhin die Aktienstory der gesamten Region.

Goldman Sachs prognostiziert für das Jahr 2026 ein Wachstum des Gewinns je Aktie von 60% für asiatisch-pazifische Aktien insgesamt. Der Technologiesektor bleibt dabei der am stärksten performende Sektor des Marktes. Für deutsche Anleger, die in asiatische Märkte oder Halbleiterunternehmen investiert sind, unterstreicht diese Entwicklung die anhaltende Bedeutung des KI-Superzyklus als globaler Renditetreiber.

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