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KOSPI bricht um über 10% ein – KI-Sorgen belasten Chipwerte

Südkoreas Leitindex KOSPI erlebte einen massiven Kurseinbruch, ausgelöst durch Sorgen über KI-Ausgaben und chinesische Konkurrenz.

KOSPI bricht um über 10% ein – KI-Sorgen belasten Chipwerte

Der südkoreanische Leitindex KOSPI hat am Dienstag einen der schwersten Handelstage seiner jüngeren Geschichte erlebt. Der Index brach um bis zu 11,3% auf 5.992,91 Punkte ein und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte April. Auslöser waren massive Kursverluste bei Halbleiteraktien infolge wachsender Sorgen über die Ausgaben für Künstliche Intelligenz.

Der Einbruch war so heftig, dass automatische Handelsunterbrechungen – sogenannte Circuit Breaker – ausgelöst wurden. Bei einem Rückgang von 8% wurde der Handel für 20 Minuten vollständig ausgesetzt. Nach der Wiederaufnahme des Handels stabilisierte sich der KOSPI bei einem Minus von 10,8% auf 6.023,66 Punkte.

Schwergewichte SK Hynix und Samsung unter Druck

Besonders hart traf es die beiden Schwergewichte des südkoreanischen Aktienmarktes. Der Speicherchiphersteller SK Hynix (KS: 000660) stürzte um 14,4% ab und weitete damit seine Verluste aus, nachdem seine in den USA notierten Aktien über Nacht bereits unter ihren Emissionspreis gefallen waren. Samsung Electronics (KS: 005930) verlor 13,6%. Da beide Unternehmen zusammen mehr als die Hälfte der Gewichtung im KOSPI ausmachen, zogen sie den gesamten Markt mit in die Tiefe.

Der Ausverkauf in Seoul folgte auf einen nächtlichen Rückgang der Nvidia-Aktie (NASDAQ: NVDA) um fast 5%. Laut einem Bericht des Wall Street Journal könnte der führende KI-Chiphersteller finanzielle Unterstützung für ein massives Rechenzentrumsprojekt von OpenAI leisten. Diese Meldung schürte bei Investoren Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit und des Ausmaßes der Ausgaben für KI-Infrastruktur weltweit.

Chinas Aufstieg im Halbleitersektor beunruhigt Anleger

Neben den KI-Ausgabenbedenken belastete ein weiterer Faktor die Stimmung der Investoren erheblich: die rasanten Fortschritte Chinas im Halbleitersektor. Das erfolgreiche Börsendebüt des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT sowie Fortschritte bei der Entwicklung einheimischer Lithographie-Werkzeuge verstärkten die Befürchtungen eines härteren Wettbewerbs für Südkoreas Chiphersteller.

Für deutsche Anleger ist der Einbruch am südkoreanischen Markt ein deutliches Signal, wie eng die globalen Halbleitermärkte miteinander verknüpft sind. Südkorea gilt als einer der wichtigsten Produzenten von Speicherchips weltweit – Produkte, die für die Entwicklung von KI-Systemen unverzichtbar sind. Schwächelt die Nachfrage oder wächst der Wettbewerb, spüren das Anleger rund um den Globus.

Die Kombination aus Unsicherheit über KI-Investitionszyklen und dem technologischen Aufholprozess Chinas dürfte die Halbleiterbranche auch in den kommenden Wochen unter Druck halten. Investoren beobachten die Entwicklungen bei Nvidia, Samsung und SK Hynix daher mit besonderer Aufmerksamkeit.

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