Kospi auf Rekordhoch – Asien-Märkte steigen trotz Iran-Spannungen
Die asiatisch-pazifischen Börsen zeigten sich am Montag mehrheitlich fester. Südkoreas Kospi erreichte ein Allzeithoch, während Anleger geopolitische Risiken im Iran und eine Fed-Untersuchung bewerteten.

Die Börsen im asiatisch-pazifischen Raum haben am Montag überwiegend zugelegt. Der südkoreanische Kospi-Index markierte dabei ein neues Rekordhoch und schloss 0,84 Prozent fester bei 4.624,79 Punkten. Der Technologieindex Kosdaq gewann 0,2 Prozent auf 949,81 Zähler.
Hyundai Glovis profitiert von KI-Partnerschaft
Besonders gefragt waren Aktien von Hyundai Glovis, die um bis zu 7 Prozent zulegten. Analysten hatten ihre Kursziele für das südkoreanische Logistikunternehmen angehoben. Hintergrund ist die jüngste Ankündigung von Boston Dynamics, an dem Hyundai Glovis zu 80 Prozent beteiligt ist. Das Robotik-Unternehmen hatte vergangene Woche eine Partnerschaft mit Google DeepMind zur Integration künstlicher Intelligenz in humanoide Roboter bekanntgegeben.
Gemischtes Bild in Asien
Auch andere asiatische Märkte zeigten sich freundlich: Der australische S&P/ASX 200 legte um 0,48 Prozent auf 8.759,4 Punkte zu. Hongkongs Hang Seng Index gewann 0,93 Prozent, Chinas CSI 300 stieg um 0,56 Prozent.
Gegen den Trend entwickelten sich die indischen Märkte. Der Nifty 50 fiel um 0,68 Prozent, der BSE Sensex um 0,59 Prozent. Belastet wurden die Indizes durch Verluste bei Reliance Industries (-1,38 Prozent). Laut Bloomberg-Berichten hat der Mischkonzern seine Pläne für eine heimische Produktion von Lithium-Ionen-Batteriezellen gestoppt, nachdem es nicht gelang, chinesische Technologie zu sichern.
Yen auf Jahrestief – Spekulationen über Neuwahlen
Die japanischen Börsen blieben feiertagsbedingt geschlossen. Politisch sorgte eine Aussage von Hirofumi Yoshimura, Koalitionspartner der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi, für Aufsehen. Er deutete an, dass Takaichi möglicherweise vorgezogene Neuwahlen ausrufen könnte. Heimische Medien hatten über eine mögliche Blitzwahl im Februar berichtet.
Der japanische Yen schwächte sich deutlich ab und erreichte mit 158,19 gegenüber dem US-Dollar ein Einjahrestief.
Iran-Krise belastet Rohstoffmärkte
Im Fokus der Anleger standen die Entwicklungen im Iran. Seit drei Wochen anhaltende Proteste haben laut einer US-Menschenrechtsgruppe mehr als 500 Todesopfer gefordert. US-Präsident Donald Trump erwägt Berichten zufolge verschiedene Interventionsoptionen, die von Militärschlägen bis zu nicht-militärischen Maßnahmen reichen. Trump-Berater sollen dem Präsidenten am Dienstag über militärische, Cyber- und Wirtschaftsoptionen berichten.
Die Ölpreise reagierten verhalten: Brent-Rohöl fiel auf 63,05 Dollar je Barrel, US-Rohöl der Sorte WTI sank um 0,49 Prozent auf 58,83 Dollar. Im Gegensatz dazu kletterte der Goldpreis um mehr als 1,6 Prozent auf ein Allzeithoch von 4.581,29 Dollar je Unze.
Fed-Chef Powell unter Druck
US-Aktienfutures gaben über Nacht nach, nachdem das Justizministerium eine strafrechtliche Untersuchung gegen Jerome Powell eingeleitet hatte. Der Vorsitzende der Federal Reserve bestätigte am Sonntagabend in einer Videoerklärung, dass Bundesstaatsanwälte eine Untersuchung im Zusammenhang mit seiner Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats eröffnet haben. Dabei geht es um die Renovierung von Fed-Bürogebäuden.
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Zur AktienanalysePowell erklärte, die Untersuchung sei ein weiterer Versuch Trumps, die Geldpolitik der Zentralbank zu beeinflussen. Er werde dem Druck nicht nachgeben. Seine Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet im Mai.
US-Märkte auf Rekordjagd
Am Freitag hatten die US-Börsen noch positiv geschlossen. Der S&P 500 markierte bei 6.966,28 Punkten ein neues Rekordhoch. Der Nasdaq Composite gewann 0,81 Prozent auf 23.671,35 Zähler. Auch der Dow Jones Industrial Average schloss mit 49.504,07 Punkten auf einem neuen Schlussrekord.
Europa erwartet schwachen Start
Für die europäischen Aktienmärkte wird ein verhaltener Start in die neue Handelswoche erwartet. Laut IG-Daten dürfte der deutsche DAX um 0,13 Prozent niedriger eröffnen. Auch der britische FTSE-Index wird 0,13 Prozent im Minus erwartet. Der französische CAC 40 dürfte unverändert starten, der italienische FTSE MIB voraussichtlich 0,26 Prozent verlieren. Wichtige Quartalsberichte oder Wirtschaftsdaten stehen am Montag in Europa nicht an.


