Koreanischer Tanker-Magnat profitiert massiv vom Nahostkonflikt
Ga-Hyun Chung baute mit rund 7 Milliarden Dollar die weltgrößte Öltankerflotte – kurz vor dem Angriff auf den Iran.

Ein gewaltiger Öltanker namens Plata Carrier verließ vergangene Woche die Straße von Hormus – mit 2 Millionen Barrel Rohöl an Bord. Mehr als vier Monate hatte das blau-rote Schiff im Persischen Golf gelegen, bevor es nun Kurs auf Indien nahm. Hinter dem Tanker und mehr als einem Dutzend weiterer Schiffe, die die strategisch bedeutsame Meerenge in den vergangenen Wochen passierten, steckt ein Name: Ga-Hyun Chung.
Der zurückgezogen lebende koreanische Magnat hat sich zu einem der größten Profiteure des Nahostkonflikts entwickelt. Laut mit den Transaktionen vertrauten Personen investierte Chung rund 7 Milliarden US-Dollar, um die weltweit größte Flotte an Öltankern aufzubauen – und das noch bevor die USA und Israel den Iran angriffen. Ein Timing, das sich als äußerst lukrativ erweisen sollte.
Sinokor kontrolliert rund 10 Prozent der globalen VLCC-Flotte
Chungs Unternehmen Sinokor kontrolliert heute schätzungsweise 10 Prozent aller sogenannten Very Large Crude Carriers (VLCCs) weltweit. Diese Schiffsklasse zählt zu den größten Öltankern überhaupt und ist in der Lage, Hunderttausende bis Millionen Barrel Rohöl auf einmal zu transportieren. In Zeiten geopolitischer Spannungen und gestörter Lieferketten sind solche Kapazitäten besonders begehrt – und entsprechend teuer zu chartern.
Ein erheblicher Teil der Finanzierung für den massiven Flottenaufbau stammte laut den Informanten von Gianluigi Aponte, dem milliardenschweren Mitbegründer des Containerriesen Mediterranean Shipping Co. (MSC). Der italienische Reeder verfügte nach dem beispiellosen Boom der Containerschifffahrt während der Corona-Pandemie über reichlich Liquidität und investierte diese offenbar in Chungs ambitioniertes Vorhaben.
Strategisches Timing vor dem Ausbruch des Konflikts
Der Aufbau der Flotte erfolgte zu einem Zeitpunkt, der im Nachhinein als außergewöhnlich vorausschauend gilt. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – rund 20 Prozent des global gehandelten Rohöls passieren diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel. Jede Eskalation in der Region hat unmittelbare Auswirkungen auf die Tankerraten und die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger und Marktbeobachter verdeutlicht der Fall Chung, wie geopolitische Entwicklungen im Energiesektor enorme Vermögen schaffen können – vorausgesetzt, man positioniert sich rechtzeitig. Die Verflechtung von Schifffahrt, Rohstoffhandel und internationaler Politik zeigt sich hier in besonders deutlicher Form.
Die Geschichte des Plata Carrier und seiner Schwesterschiffe steht exemplarisch für eine breitere Dynamik: In Zeiten globaler Unsicherheit werden Rohstofftransportkapazitäten zu einem knappen und wertvollen Gut – und wer sie kontrolliert, sitzt an einem der mächtigsten Hebel der Weltwirtschaft.


