ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Koreanische Kleinanleger flüchten nach KOSPI-Einbruch zurück an Wall Street

Der Einbruch am südkoreanischen Aktienmarkt treibt private „Ameisen-Investoren" zurück in US-Aktien – mit Rekordkäufen seit Februar.

Koreanische Kleinanleger flüchten nach KOSPI-Einbruch zurück an Wall Street

Der südkoreanische Leitindex KOSPI verzeichnete im Juli seinen größten monatlichen Verlust seit dem Tiefpunkt der globalen Finanzkrise 2008. Die Folgen sind unmittelbar spürbar: Südkoreanische Privatanleger, lokal als „Ameisen" bekannt, wenden sich wieder massiv dem US-Aktienmarkt zu und gefährden damit staatliche Bemühungen, Kapital im Inland zu halten.

Laut Daten des Korea Securities Depository kauften südkoreanische Privatanleger im Juli US-Aktien im Wert von 4,6 Milliarden US-Dollar. Das liegt deutlich über dem monatlichen Durchschnitt von 2,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025 – einem Jahr, in dem sich die Privatinvestitionen in US-Aktien im Vergleich zum Vorjahr bereits mehr als verdreifacht hatten. Berechnungen von Reuters zufolge überstiegen diese Käufe zum ersten Mal seit Februar die Käufe inländischer Aktien.

Vertrauen in den Heimatmarkt schwindet rapide

Der Devisenanalyst Kwon Ah-min von NH Investment Securities in Seoul bringt die Stimmungslage auf den Punkt: „Die Abflüsse verlangsamten sich, weil der Inlandsmarkt stark war, aber sie beschleunigten sich wieder, als der KOSPI einbrach. Dies bestärkte die Anleger in der Ansicht, dass die USA letztendlich doch die richtige Entscheidung sind." Er ergänzt: „Sie sind des heimischen Marktes überdrüssig."

Für deutsche Anleger ist das Phänomen der „Ameisen" durchaus vergleichbar mit dem Verhalten von Kleinanlegern hierzulande, die in Krisenzeiten ebenfalls zu vermeintlich sichereren ausländischen Märkten tendieren. In Südkorea ist dieses Muster jedoch besonders ausgeprägt: Der KOSPI schwankt traditionell stark mit dem Schicksal der exportorientierten Industrie-Giganten des Landes in den Bereichen Elektronik, Schiffbau und Fertigung.

Für einige Monate schien sich das Bild gewandelt zu haben. Privates Kapital floss in den steigenden KOSPI – beflügelt durch den globalen KI-Boom sowie staatliche Anreize in Form von Steuervergünstigungen für Anleger, die ausländische Aktien verkauften, um lokale Titel zu erwerben. Südkorea versucht zudem seit Jahren, die Aktionärsrenditen durch die Förderung von Corporate-Governance-Reformen zu verbessern.

Kapitalabflüsse belasten den südkoreanischen Won

Doch der heftige Ausverkauf der vergangenen Monate hat diese Fortschritte zunichtegemacht. Die Trendwende droht nun ein langjähriges Muster wiederzubeleben, bei dem Privatanleger ihre Ersparnisse ins Ausland transferieren. Analysten warnen, dass dies die südkoreanische Währung, den Won, zusätzlich belastet und die politischen Entscheidungsträger frustriert, die gezielt versuchen, die Beteiligung am heimischen Markt zu stärken.

Die Situation verdeutlicht ein grundlegendes Dilemma für Schwellenländer: Staatliche Anreize zur Förderung des Heimatmarktes können schnell verpuffen, wenn die Marktperformance ausbleibt. Solange der KOSPI unter Druck bleibt und die Wall Street als stabiler und renditestarker gilt, dürften die Kapitalabflüsse aus Südkorea anhalten – zum Leidwesen der Währungshüter in Seoul.

KOSPISüdkoreanische AnlegerWall StreetAmeisen-InvestorenUs-AktienKorea Securities DepositorySüdkoreanischer Won

Disclaimer