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Konsumklima in Deutschland stoppt Abwärtstrend

Einkommenserwartungen steigen, doch hohe Preise dämpfen Kauflaune

Konsumklima in Deutschland stoppt Abwärtstrend

Nach drei Rückgängen in Folge hat sich das Konsumklima in Deutschland im Oktober leicht erholt. Der entsprechende Indikator stieg im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Punkte auf minus 22,3 Zähler. Dies teilten das Marktforschungsunternehmen GfK und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen mit. Damit ist der seit Monaten anhaltende Abwärtstrend vorerst gestoppt. Dennoch bleibt die Kauflaune der Verbraucher auf einem niedrigen Niveau, denn hohe Preise belasten weiterhin das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung.

Ein wesentlicher Faktor für den Anstieg ist die spürbar bessere Einkommenserwartung. Viele Menschen rechnen damit, künftig etwas mehr Geld zur Verfügung zu haben, was den negativen Trend zumindest kurzfristig abmilderte. „Das Konsumklima stoppt seinen Abwärtstrend – zumindest für den Moment“, erklärte NIM-Experte Rolf Bürkl. Gleichzeitig betonte er die Unsicherheit über eine mögliche Trendwende. Vor der Corona-Pandemie lag der Indikator regelmäßig im positiven Bereich, von einer vergleichbaren Stabilität könne derzeit jedoch keine Rede sein. Geopolitische Risiken, Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit und erneut wachsende Inflationsängste seien entscheidende Bremsfaktoren.

Trotz der besseren Erwartungen in Bezug auf Einkommen zeigt sich ein gegenteiliger Trend bei Anschaffungsneigung und Konjunkturerwartungen. Die Bereitschaft zu größeren Ausgaben sank im Oktober um 1,5 Punkte auf minus 11,6 Zähler. Dies ist der niedrigste Wert seit Juni 2024. Besonders die anhaltend hohen Preise für Lebensmittel und Energie wirken abschreckend und führen dazu, dass viele Verbraucher größere Investitionen zurückstellen.

Auch die Einschätzungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind deutlich pessimistischer geworden. Der Teilindikator für Konjunkturerwartungen fiel um 4,1 Punkte auf minus 1,4 Zähler und erreichte damit den schwächsten Stand seit Januar 2025. Diese Werte zeigen, dass kurzfristig keine durchgreifende Erholung der deutschen Wirtschaft erwartet wird. Zahlreiche Ökonomen hatten ihre Prognosen zuletzt bereits nach unten angepasst und stellen für 2025 lediglich eine Stagnation in Aussicht.

Während das Konsumklima also ein leichtes Lebenszeichen zeigt, bleibt das Fundament brüchig. Bereits im Vormonat hatte das Ifo-Institut einen Rückgang des Geschäftsklimaindex von 88,9 auf 87,7 Punkte gemeldet. Auch die OECD senkte ihre Wachstumsprognose für Deutschland, was den wirtschaftlichen Druck zusätzlich verdeutlicht. Damit bleibt die Lage sowohl aus Sicht der Verbraucher als auch der Unternehmen angespannt.

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