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Konflikt lähmt Nexperias Chipproduktion

Ausbleibende Reaktionen aus China verschärfen Unsicherheit in europäischen Lieferketten

Konflikt lähmt Nexperias Chipproduktion

Der andauernde Konflikt zwischen den niederländischen und den chinesischen Teilen des Chipherstellers Nexperia hat in den vergangenen Wochen erneut die Verwundbarkeit internationaler Lieferketten verdeutlicht. Seit dem Ende September ausgebrochenen Streit kam es zu fortgesetzten Störungen in der Versorgung der Autoindustrie, die auf die Produktion einfacher, aber zentraler Halbleiterbauteile des Unternehmens angewiesen ist. Der niederländische Teil von Nexperia forderte in einem offenen Brief die Wiederaufnahme der regulären Produktion durch die chinesischen Einheiten und verwies darauf, mehrfach vergeblich versucht zu haben, den internen Dialog wiederherzustellen. Nach Unternehmensangaben seien auf diese Bemühungen keine substanziellen Rückmeldungen erfolgt.

Die Lieferkette des Konzerns blieb seit der Übernahme der Kontrolle durch die niederländische Regierung Ende September beeinträchtigt. Die Behörden hatten diesen Schritt mit dem Ziel begründet, eine Verlagerung der europäischen Aktivitäten nach China zu verhindern. In der Folge erklärten die chinesischen Einheiten, sich nicht länger der europäischen Führung unterstellt zu sehen, was die betriebliche Steuerung weiter erschwerte. Die Situation gewann zusätzlich an politischer Relevanz, nachdem der chinesische Handelsminister Wang Wentao und der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic das Thema in Gesprächen aufgegriffen hatten.

Nexperia produziert einen großen Teil seiner Erzeugnisse in Hamburg und versendet sie anschließend nach China, wo die Weiterverteilung an Kunden erfolgt. Das Unternehmen, das dem chinesischen Eigentümer Wingtech gehört, stellt Milliarden standardisierter Chips für Fahrzeuge und zahlreiche Elektronikprodukte her. Engpässe bei diesen Bauteilen hatten bereits zuvor die Produktionsabläufe in der Automobilindustrie beeinträchtigt und Verzögerungen verursacht.

In Deutschland hatte der Verband der Automobilindustrie vor eineinhalb Wochen erklärt, eine Entwarnung sei verfrüht. Der Verband verwies darauf, dass die angespannte Versorgungslage bei Halbleitern weiterhin Auswirkungen auf die Lieferketten haben könne. In der Branche bestand die Befürchtung, dass die anhaltenden internen Spannungen bei Nexperia die Stabilisierung der Versorgung weiter verzögern könnten.

Die Entwicklungen rückten erneut die Abhängigkeiten von spezialisierten Herstellern und globalen Fertigungsstrukturen in den Mittelpunkt. Die fehlende Reaktion der chinesischen Unternehmenseinheiten auf die Appelle aus den Niederlanden verstärkte die Unsicherheit bei Kunden und Partnern. Damit blieb unklar, wann eine Normalisierung der Abläufe erfolgen würde und welche Folgen die bisherigen Störungen für die kommenden Wochen haben könnten.

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