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Kolumbien wählt: Links, Rechts oder Außenseiter im Präsidentschaftsrennen

Mehr als 40 Millionen Kolumbianer stimmen über drei grundverschiedene Kandidaten und die künftige Ausrichtung des Landes ab.

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Kolumbien wählt: Links, Rechts oder Außenseiter im Präsidentschaftsrennen

Kolumbien steht vor einer wegweisenden Präsidentschaftswahl. Am Sonntag sind mehr als 40 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – die Wahllokale öffnen um 8:00 Uhr Ortszeit (13:00 Uhr GMT) und schließen nach acht Stunden. Endgültige Ergebnisse werden laut Behördenangaben gegen 20:00 Uhr Ortszeit erwartet.

Drei Kandidaten dominieren das Rennen: der linke Senator Iván Cepeda, der unabhängige Geschäftsmann Abelardo De La Espriella und die rechtsgerichtete Senatorin Paloma Valencia. Alle drei vertreten grundlegend unterschiedliche Visionen für die Zukunft des südamerikanischen Landes. Experten gehen davon aus, dass die Wahl in eine Stichwahl im Juni münden wird, da kein Kandidat die erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent erreichen dürfte.

Cepeda: Reformkurs und Friedensverhandlungen

Iván Cepeda, 63 Jahre alt und Sohn eines ermordeten kommunistischen Parteiführers, führt derzeit in den Meinungsumfragen. Der Linkssenator will die unter dem amtierenden Präsidenten Gustavo Petro begonnenen Reformen ausbauen und vertiefen. Sein Programm sieht unter anderem Steuererhöhungen für Besserverdienende, die Schenkung von einer Million Hektar Land an Opfer des seit sechs Jahrzehnten andauernden internen Konflikts sowie eine Ausweitung der Gesundheitsversorgung vor.

Darüber hinaus strebt Cepeda Friedensverhandlungen mit illegalen bewaffneten Gruppen an – eine Politik, die unter Petro bislang kaum Fortschritte erzielen konnte. Trotz seiner Führungsposition in den Umfragen gilt er in einer möglichen Stichwahl als geschwächt: Sobald rechtsgerichtete und zentristische Wähler nicht mehr zwischen mehreren Kandidaten wählen müssen, dürfte sich deren Stimmen bündeln.

De La Espriella: Der Außenseiter mit Bukele-Vergleichen

Dicht hinter Cepeda liegt Abelardo De La Espriella, 47, Anwalt und Geschäftsmann ohne jegliche politische Amtserfahrung. Seine Ästhetik und seine Vorschläge haben Vergleiche mit dem salvadorianischen Präsidenten Nayib Bukele hervorgerufen. De La Espriella positioniert sich bewusst als politischer Außenseiter und verspricht ein hartes Durchgreifen gegen illegale bewaffnete Gruppen sowie den Bau von zehn Megagefängnissen.

Zur Armutsbekämpfung setzt er auf bessere Bildung, Gesundheitsversorgung und Wohnraum für die Ärmsten. Der Anwalt gibt an, seinen Wahlkampf vollständig aus eigenen Mitteln finanziert zu haben – ohne Spenden von Parteien oder großen Unternehmen. Reuters konnte diese Behauptung jedoch nicht unabhängig überprüfen. Bekannt ist De La Espriella auch als Vertreter rechtlich umstrittener Persönlichkeiten, darunter der Milliardär Alex Saab.

Valencia: Erste Frau an der Staatsspitze?

An dritter Stelle in den Umfragen rangiert Paloma Valencia, eine Senatorin, die vom ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe unterstützt wird. Sie könnte als erste Frau das Präsidentenamt Kolumbiens übernehmen. Ihr Programm ähnelt in Teilen dem von De La Espriella: harte Linie gegen Korruption, Drogenhandel und illegale bewaffnete Gruppen.

Valencia setzt wirtschaftspolitisch auf Steuererleichterungen für Unternehmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Sozialprogramme in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Wohnraum sollen durch eine Wiederaufnahme der Öl- und Gasexploration finanziert werden – ein klarer Gegenentwurf zur Politik des amtierenden Präsidenten Petro, der neue Ölprojekte verboten hat.

Die Wahl markiert eine Schicksalsentscheidung für Kolumbien: Ob das Land den Linkskurs unter Petro fortsetzt, einen technokratischen Neuanfang wagt oder zur konservativen Politik früherer Jahre zurückkehrt, wird sich voraussichtlich erst in der Stichwahl im Juni entscheiden.

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