Kokain, Cannabis und Amphetamine erhöhen Schlaganfallrisiko signifikant
Forscher der Universität Cambridge analysierten Daten von über 100 Millionen Personen und belegen kausale Zusammenhänge.

Freizeitdrogen wie Kokain, Cannabis und Amphetamine erhöhen das Schlaganfallrisiko erheblich – das zeigt eine neue Studie der Universität Cambridge. Die Forscher des Department of Clinical Neurosciences werteten Daten von mehr als 100 Millionen Personen aus und veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal International Journal of Stroke. Die Studie gilt als die umfassendste Analyse, die je zu diesem Thema durchgeführt wurde.
Der Schlaganfall ist weltweit die dritthäufigste Ursache für Todesfälle und Behinderungen kombiniert. Gleichzeitig gilt er als ein Krankheitsbild, das zu einem großen Teil auf veränderbare Risikofaktoren zurückzuführen ist – darunter schlechte Ernährung, Bewegungsmangel und andere Lebensstilfaktoren. Freizeitdrogenkonsum ist in vielen Ländern weit verbreitet: Im Jahr 2024 gaben 8,8 Prozent der Erwachsenen zwischen 16 und 59 Jahren in England und Wales – rund 2,9 Millionen Menschen – an, im vergangenen Jahr eine legale oder illegale Freizeitdroge konsumiert zu haben.
Kokain und Amphetamine verdoppeln das Risiko
Die Meta-Analyse der Cambridge-Forscher fasste Kohortendaten aus allen verfügbaren veröffentlichten Studien zusammen, um robustere Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Konsum von Kokain war mit einem um 96 Prozent erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden, Amphetamine steigerten das Risiko sogar um 122 Prozent. Cannabiskonsum erhöhte das Risiko um rund 37 Prozent. Für Opioide konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang festgestellt werden.
Besonders alarmierend sind die Befunde für jüngere Konsumenten. Bei Personen unter 55 Jahren verdreifachte der Konsum von Amphetaminen das Schlaganfallrisiko nahezu – ein Anstieg um 174 Prozent. Kokain erhöhte das Risiko in dieser Altersgruppe um 97 Prozent, Cannabis um 14 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen, dass Schlaganfälle keineswegs nur ein Problem älterer Menschen sind.
Genetische Analyse belegt Kausalität
Um zu prüfen, ob ein kausaler Zusammenhang besteht oder lediglich eine Korrelation vorliegt, nutzten die Forscher zusätzlich die sogenannte Mendelsche Randomisierung. Diese statistische Methode untersucht natürlich vorkommende genetische Varianten und bewertet, ob diese auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einem Risikofaktor und einer Erkrankung hinweisen. Die Analyse zeigte, dass Kokainkonsumstörungen insbesondere mit Hirnblutungen und kardioembolischen Schlaganfällen in Verbindung stehen – also Schlaganfällen, bei denen sich ein Blutgerinnsel im Herzen bildet und zum Gehirn wandert. Cannabiskonsumstörungen wurden mit Schlaganfällen der großen Arterien assoziiert.
Problematischer Alkoholkonsum wurde ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für kardioembolische Schlaganfälle und Schlaganfälle der großen Arterien in Verbindung gebracht. Für Amphetamine konnte die Mendelsche Randomisierung nicht angewendet werden, da derzeit keine ausreichend großen genetischen Datensätze zu deren Konsum vorliegen.
Als mögliche biologische Mechanismen nennen die Forscher plötzliche Blutdruckspitzen, Gefäßspasmen und -verengungen, Herzrhythmusstörungen, eine erhöhte Blutgerinnung – insbesondere bei Cannabis – sowie Entzündungen oder Vaskulitis, insbesondere bei Amphetaminen. All diese Mechanismen sind bekannte Auslöser sowohl ischämischer Schlaganfälle, die durch Blutgerinnsel entstehen, als auch hämorrhagischer Schlaganfälle, die durch Hirnblutungen verursacht werden.
Forscher fordern öffentliche Gesundheitsmaßnahmen
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Zur AktienanalyseDr. Megan Ritson von der Stroke Research Group der Universität Cambridge betonte die Bedeutung der Ergebnisse: „Dies ist die umfassendste Analyse, die jemals zum Freizeitdrogenkonsum und dem Schlaganfallrisiko durchgeführt wurde, und sie liefert überzeugende Beweise dafür, dass Drogen wie Kokain, Amphetamine und Cannabis kausale Risikofaktoren für Schlaganfälle sind."
Dr. Eric Harshfield, Alzheimer's Society Research Fellow am Department of Clinical Neurosciences, ergänzte: „Unsere Analyse deutet darauf hin, dass es diese Drogen selbst sind, die das Schlaganfallrisiko erhöhen, und nicht nur andere Lebensstilfaktoren der Konsumenten. Zusammengenommen unterstreichen unsere Ergebnisse die Bedeutung öffentlicher Gesundheitsmaßnahmen zur Reduzierung des Substanzmissbrauchs als Weg zur Senkung des Schlaganfallrisikos."
Die Forschung wurde von der British Heart Foundation finanziert, mit zusätzlicher Unterstützung durch das National Institute for Health and Care Research Cambridge Biomedical Research Centre. Die Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für künftige Präventionsstrategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit.


