Kobalt-Exportstopp im Kongo zeigt kaum Wirkung
Große Lagerbestände und Kupferboom untergraben Einfluss auf den Weltmarktpreis

Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat die Ausfuhr von Kobalt um weitere drei Monate untersagt. Ziel der Maßnahme ist es, durch die Begrenzung des Angebots die Preismacht des Landes auf dem Weltmarkt zu stärken. Doch während der Markt im Februar noch mit kräftigen Kursreaktionen auf die ursprüngliche Ankündigung reagierte, blieb die Reaktion auf die Verlängerung nun eher verhalten.
Ein Grund dafür ist die Erwartungshaltung vieler Marktteilnehmer: Eine Verlängerung war bereits eingeplant. Zudem zeigen sich große Lagerbestände entlang der Lieferkette, die das Angebot vorerst absichern. So blieben die chinesischen Einfuhren von Kobalt aus dem Kongo in den Monaten März und April stabil bei über 50.000 Tonnen. Der Transport des Vorprodukts nach China dauert etwa 90 Tage, was die unmittelbaren Auswirkungen der Exportverbote verzögert.
In China selbst ist die Versorgungslage durch mehrere Jahre Angebotsüberschüsse entspannt. Nach Angaben von Benchmark Mineral Intelligence belaufen sich die Kobaltbestände außerhalb des Kongo aktuell auf acht bis zehn Monate des weltweiten Verbrauchs. Ein spürbarer Rückgang der chinesischen Vorräte wird frühestens Ende nächsten Jahres erwartet. Die sinkende Nachfrage nach Kobalt in der chinesischen Batterieindustrie verschärft zudem das Überangebot. Die Nutzung von Kobaltsulfat für Kathodenmaterialien ist dort rückläufig.
Der Kongo selbst steht vor einem strukturellen Problem: Kobalt fällt bei der Gewinnung von Kupfer als Nebenprodukt an. Würde der Staat die Förderung von Kobalt begrenzen wollen, würde er zugleich die wirtschaftlich noch wichtigere Kupferförderung gefährden. Die Unternehmen im Land, darunter chinesische Betreiber wie die CMOC Group, haben daher ein starkes Interesse, die Kupferförderung aufrechtzuerhalten – und fördern zwangsläufig auch weiter Kobalt.
In der Diskussion steht nun ein mögliches Quotensystem, das anstelle des pauschalen Exportverbots treten könnte. Eine Umsetzung wäre jedoch schwierig und würde das Problem der steigenden Lagerbestände im Inland nicht lösen. Ein abrupter Strategiewechsel birgt zudem die Gefahr eines neuen Überangebots auf dem Weltmarkt, was die Preise zusätzlich unter Druck setzen könnte.
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Zur AktienanalyseEin Blick nach Indonesien zeigt eine mögliche Alternative: Dort wurden Exporterlaubnisse an den Bau lokaler Weiterverarbeitungskapazitäten geknüpft. Eine ähnliche Strategie könnte dem Kongo helfen, seine Rolle in der Wertschöpfungskette zu stärken, auch wenn das Grundproblem der Kobaltüberproduktion damit nicht gelöst wäre.


