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Kling AI: Alibaba und Tencent investieren zwei Milliarden Dollar

Kuaishous KI-Tochter Kling AI sichert sich eine Milliarden-Finanzierungsrunde – mit prominenten chinesischen Tech-Giganten als Investoren.

Kling AI: Alibaba und Tencent investieren zwei Milliarden Dollar

Die Aktien von Kuaishou Technology (HK: 1024) haben am Donnerstag kurzzeitig ein Einwochenhoch erreicht, bevor sie den Großteil ihrer Gewinne wieder abgaben. Auslöser war die Bekanntgabe einer Finanzierungsrunde in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar für die ausgegliederte KI-Einheit Kling AI. An der Runde beteiligen sich namhafte chinesische Technologiekonzerne: Alibaba (HK: 9988), Baidu sowie der bestehende Kuaishou-Investor Tencent Holdings (HK: 0700).

Die Finanzierungsrunde bewertet Kling AI vor der Investition mit rund 15 Milliarden US-Dollar. Kuaishou gab zudem an, dass das Gesamtvolumen bei Beteiligung weiterer Investoren auf bis zu 3 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte. Dies würde eine Post-Money-Bewertung von rund 18 Milliarden US-Dollar implizieren und den Anteil von Kuaishou an dem KI-Startup auf etwa 68 Prozent reduzieren.

Kuaishou-Aktie gibt frühe Gewinne wieder ab

Die Kuaishou-Aktie notierte zuletzt lediglich 0,4 Prozent im Plus, nachdem sie im Tagesverlauf zeitweise um bis zu 7 Prozent gestiegen war. Auch die Hongkonger Papiere von Alibaba legten nur moderat um 0,3 Prozent zu. Beide Titel blieben damit deutlich hinter dem breiteren Hang Seng Index zurück, der um 1,32 Prozent zulegte. Besser schlugen sich Baidu und Tencent: Die Hongkonger Aktien von Baidu stiegen im Nachmittagshandel um über 2 Prozent, die H-Aktien von Tencent legten sogar um mehr als 3 Prozent zu.

Kuaishou hatte bereits zuvor erklärt, einen Vorschlag zur Umstrukturierung von Kling AI durch die Einbindung externer Investoren zu prüfen. Das Unternehmen betonte jedoch, dass sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium befänden und noch keine endgültigen Vereinbarungen unterzeichnet worden seien.

Was ist Kling AI?

Kling AI entwickelt Software für generative künstliche Intelligenz, die Videos und Kurzfilme aus Textbefehlen erstellt. Das Startup konkurriert direkt mit Rivalen wie Seedance von ByteDance und Shengshu. Chinesische KI-Unternehmen wetteifern dabei um die wachsende Nachfrage nach KI-generierten Videotools bei Filmemachern, Werbetreibenden und Unternehmenskunden weltweit.

Die Einheit hat sich zu einem der am schnellsten wachsenden Geschäftsbereiche von Kuaishou entwickelt. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) stieg nach der Einführung von Kling 3.0 von 300 Millionen US-Dollar im Januar auf rund 500 Millionen US-Dollar im März. Im ersten Quartal erwirtschaftete Kling AI einen Umsatz von mehr als 650 Millionen Yuan (rund 96 Millionen US-Dollar) – ein Anstieg von mehr als 300 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Strategischer Vorstoß in die generative KI

Die Finanzierung markiert einen weiteren Meilenstein in Kuaishous Vorstoß in den Bereich der generativen KI. Das Unternehmen hatte seinen Fokus nach dem Debüt von ChatGPT verstärkt auf diese Technologie ausgerichtet. Das frische Kapital soll die Produktentwicklung und die internationale Expansion von Kling AI unterstützen, da sich der Wettbewerb auf dem Markt für KI-Videogenerierung weiter intensiviert.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung ein deutliches Signal: Der Wettlauf um KI-Videogenerierung ist längst nicht mehr nur ein US-amerikanisches Phänomen. Chinesische Tech-Giganten wie Alibaba, Tencent und Baidu positionieren sich aktiv in diesem Wachstumsmarkt – und setzen dabei auf Beteiligungen an spezialisierten KI-Startups statt auf rein organisches Wachstum.

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