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Klimawandel treibt Millionen Menschen in die Flucht

Auch Europa kämpft mit Folgen und verpasstem Katastrophenschutz

Klimawandel treibt Millionen Menschen in die Flucht

Extreme Wetterereignisse und schleichende Umweltveränderungen zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Das geht aus einer aktuellen Studie von Greenpeace hervor, die den Zusammenhang zwischen Klimawandel, Migration und Konflikten untersucht. Besonders betroffen sind demnach Regionen mit ohnehin schwierigen sozialen und politischen Bedingungen – häufig Länder, die nur in geringem Maße zur Erderwärmung beigetragen haben.

Im Jahr 2024 befanden sich weltweit mehr als 83 Millionen Menschen innerhalb ihrer Heimatländer auf der Flucht. Diese Zahl hat sich innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt. Die Studie weist darauf hin, dass der Klimawandel selten alleiniger Auslöser für Migration oder Gewalt sei. In Verbindung mit schwachen staatlichen Institutionen, sozialer Ungleichheit oder unzureichendem Schutz verschärften sich jedoch bestehende Spannungen erheblich. Besonders stark betroffen sind laut der Analyse Länder in Afrika südlich der Sahara sowie Teile Süd- und Südostasiens, wo Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Hitzeperioden oder Wasserknappheit politische Instabilität verstärken.

Neben der Lage in Entwicklungsländern beleuchtet die Untersuchung auch Schwachstellen in Europa. So hätten bei den Sturzfluten im spanischen Valencia im vergangenen Jahr die Behörden trotz vorhandener Frühwarnsysteme zu spät reagiert. Versäumnisse beim Hochwasserschutz sowie die weitreichende Versiegelung von Überflutungsflächen hätten die Schäden zusätzlich verschärft. Auch in Süddeutschland kam es im Juni 2024 zu großflächigen Überschwemmungen – begünstigt durch fehlende Rückhaltebecken und unzureichenden Hochwasserschutz.

Kritik äußert die Studie zudem an den weltweiten Finanzierungsprioritäten. Während 2022 rund sieben Billionen US-Dollar in Subventionen für fossile Energien geflossen seien, mangele es an finanziellen Mitteln für notwendige Anpassungsmaßnahmen. Gleichzeitig stiegen die globalen Rüstungsausgaben 2024 auf 2,7 Billionen US-Dollar. Öffentliche Entwicklungsgelder hingegen seien rückläufig – unter anderem durch politische Entscheidungen in Industrieländern und die Kürzungen unter der Trump-Administration. Greenpeace fordert daher einen zügigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern sowie eine stärkere Unterstützung für besonders betroffene Bevölkerungsgruppen.

Die Veröffentlichung der Studie erfolgt im Vorfeld des Weltflüchtlingstags am 20. Juni. Derzeit beraten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Bonn über die kommende Weltklimakonferenz, die im November im brasilianischen Belem stattfinden soll.

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