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Klimawandel bedroht über 2.800 historische Parks und Gärten in England

Eine neue Studie warnt vor einer „existenziellen Bedrohung" für Englands Grünflächen – ausgelöst durch extremere Wetterbedingungen.

Klimawandel bedroht über 2.800 historische Parks und Gärten in England

Der Klimawandel stellt laut einer neuen Studie eine „sehr klare und existenzielle Bedrohung" für mehr als 2.800 historische Parks und Gärten in ganz England dar. Der Bericht wurde vom National Lottery Heritage Fund und Historic England veröffentlicht. Er erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem das Vereinigte Königreich den trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt – für mehr als zwei Drittel Englands wurde eine sogenannte „Blitzdürre" (flash drought) ausgerufen.

Grünflächen in ganz London, darunter die acht Royal Parks der Hauptstadt, sind demnach alle negativ von zunehmend extremen Wetterbedingungen betroffen. Das britische Wetteramt Met Office gab zudem eine seltene Wetterwarnung der Stufe Bernstein (amber warning) vor extremer Hitze für Teile Englands heraus, wo die Temperaturen auf bis zu 38 °C steigen könnten. Das vertrocknete Gras der anhaltenden Dürre hat bereits den gesamten Charakter von Blackheath in London verändert.

Bäume und Böden unter extremem Stress

Heißere, trockenere Sommer setzen Pflanzen und Böden unter erheblichen Stress. Dies führt zum Verlust von ausgewachsenen Bäumen und Sträuchern in Gebieten, die historisch gesehen nicht anfällig für Dürre sind. Parkverwalter berichteten von Schwierigkeiten, mit den Bedrohungen für die Pflanzengesundheit Schritt zu halten, sowie vom Verlust ganzer Pflanzengruppen durch Krankheiten – betroffen sind unter anderem Baumarten wie Buchsbaum, Esche, Edelkastanie und Eiche.

In den Wintermonaten hingegen erweisen sich veraltete Entwässerungs- und Wegesysteme angesichts intensiver Regenfälle oft als unzureichend. Staunässe in den Böden kann zu Erosion und Instabilität der Bäume führen. Auf einigen Geländen wurden zum ersten Mal überhaupt Überschwemmungen gemeldet.

„Es ist offensichtlich, dass unsere historischen Parks, Gärten und Friedhöfe aufgrund des Klimawandels vor beispiellosen Herausforderungen stehen, und ohne dringende Unterstützung und Beratung werden viele dieser kostbaren Landschaften leiden und sich bis zur Unkenntlichkeit verändern", sagte Drew Bennellick, Leiter der Abteilung für Land-, See- und Naturpolitik beim National Lottery Heritage Fund.

Klimaresiliente Arten und viktorianische Reservoirs

Als Reaktion auf die Bedrohung passen historische Parks und Gärten ihre Bepflanzung an und setzen vermehrt auf klimaresiliente Arten, die oft aus wärmeren oder trockeneren Regionen stammen. Darren Share, ein Direktor der Royal Parks, hat dabei Strategien von Behörden in Barcelona übernommen – denn London wird bis 2050 voraussichtlich ein ähnliches Klima wie die spanische Metropole haben. „Wir hören aufmerksam zu und nehmen an Seminaren darüber teil, wie europäische Parks das Management handhaben", sagte er.

Um die Abhängigkeit vom Trinkwassernetz zu verringern, testen die Parks Bushy, Richmond und Greenwich derzeit die Wiederbelebung viktorianischer unterirdischer Reservoirs. In Zusammenarbeit mit dem National Lottery Heritage Fund führen die Royal Parks eine 3D-Kartierung der Wassernetze durch, die in die Anlagen führen. Ziel ist es, den Wasserfluss zu „verlangsamen, in diese Speicher zu leiten und das Wasser dann im gesamten Netz wiederzuverwenden", so Share.

Veraltete Erhaltungspläne als zusätzliches Problem

Ein weiteres zentrales Ergebnis des Berichts: Die Erhaltungspläne für viele Parks und Gärten sind veraltet und berücksichtigen den Klimawandel nicht. Zu den Gründen, warum Pläne nicht existieren, unvollendet bleiben oder nicht aktualisiert werden, zählen Zeitmangel und Personalengpässe. Lediglich 35 Prozent der für die Studie befragten Verwalter verfügten über aktuelle Erhaltungspläne.

Bennellick forderte daher ein geschlosseneres Vorgehen zusammen mit dem National Trust, der Royal Horticultural Society und anderen zentralen Akteuren. „Es gibt viele Leute, die verschiedene Eisen im Feuer haben, aber wir müssen alle Teile des Puzzles zusammenfügen", sagte er. Und er fügte hinzu: „Ich denke, wir waren uns alle bewusst, dass der Klimawandel kommt und wir uns vorbereiten müssen. Aber ich glaube, besonders dieser Sommer hat die Menschen wirklich schockiert."

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