Klarna plant Börsengang mit angepasster Bewertung
Investoren drängen auf Verkauf, Wachstum stark – Verluste steigen jedoch deutlich an

Der Zahlungsdienstleister Klarna treibt seine Pläne für den Börsengang nun konkret voran. Nach Monaten der Spekulationen und Zurückhaltung soll das schwedische Fintech mit einer Bewertung von 14 Milliarden Dollar an die Börse gehen. Damit setzt Klarna seine Erwartungen niedriger an als ursprünglich kolportiert, denn zunächst war von 15 Milliarden Dollar die Rede. Ob der Schritt erfolgreich wird, hängt wesentlich von der Stimmung am Markt ab, die trotz leichter Entspannung weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist.
Geplant ist, 34,3 Millionen Aktien auszugeben, die zu einem Preis von 35 bis 37 Dollar pro Stück angeboten werden. Sollte die Nachfrage am oberen Ende der Spanne liegen, könnte das Unternehmen einen Bruttoerlös von rund 1,27 Milliarden Dollar erzielen. Allerdings würden laut den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen lediglich 205 Millionen Dollar tatsächlich bei Klarna verbleiben. Der Großteil des Geldes fließt an bestehende Investoren, was darauf hindeutet, dass vor allem sie auf den Börsengang gedrängt haben.
Ein früherer Versuch war gescheitert. Im April hatte der missglückte Börsenstart von CoreWeave, einem Nvidia-Partner, für Verunsicherung gesorgt. Hintergrund war die Eskalation des von den USA angestoßenen Zollkonflikts. Kurz darauf mehrten sich die Gerüchte, Klarna habe seine Pläne vorerst verschoben. Offiziell wollte das Unternehmen damals keine Stellung nehmen. Inzwischen hat sich die Lage am Aktienmarkt zwar leicht verbessert, der S&P-500-Index konnte Verluste aus dem Frühjahr wettmachen, doch die Rahmenbedingungen bleiben fragil.
Die Unsicherheit rührt nicht zuletzt von politischen Faktoren her. US-Präsident Donald Trump hat durch neue Zölle, ein umstrittenes Steuergesetz sowie Angriffe auf die Unabhängigkeit der Notenbank Fed erheblich zur Nervosität an den Finanzmärkten beigetragen. Ob geplante Handelsabkommen tatsächlich Bestand haben, ist unklar, und auch die Verschuldung der USA sorgt für zusätzliche Bedenken. Für Unternehmen wie Klarna bedeutet dies, dass der Börsengang in einem schwierigen Umfeld stattfindet.
Das Unternehmen selbst weist trotz des unsicheren Marktes beeindruckendes Wachstum vor. Im ersten Halbjahr 2025 stieg der Umsatz auf 1,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 200 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Händler, die den „Buy now, pay later“-Service nutzen, legte um 34 Prozent zu. Auch die Kundenzahl erhöhte sich um 31 Prozent und erreichte 111 Millionen. Dem gegenüber stehen jedoch steigende Verluste: Im zweiten Quartal betrugen sie 53 Millionen Dollar, im Halbjahr summierten sie sich auf 152 Millionen Dollar.
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Zur AktienanalyseKlarna versucht dennoch, sich als umfassender Finanzdienstleister zu positionieren. Neben dem Kerngeschäft wird über den Ausbau des Angebots nachgedacht, etwa mit der Einführung einer eigenen Kreditkarte. Damit soll die Entwicklung in Richtung einer Neobank vorangetrieben werden. Ob der Markt diese Wachstumsstrategie honoriert, wird sich am Börsenstart zeigen – sicher ist das nicht, wie der gescheiterte Börsengang des Pharmaunternehmens Stada vor Augen führt.


