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KKR: KI-Produktivitätsboom steht erst am Anfang – extreme Konzentration droht

Der US-Investmentriese KKR warnt im Halbjahresausblick vor einer historisch extremen Wachstumskonzentration auf wenige Sektoren.

KKR: KI-Produktivitätsboom steht erst am Anfang – extreme Konzentration droht

Die US-Investmentgesellschaft KKR hat ihren Halbjahresausblick veröffentlicht und erwartet, dass der durch Künstliche Intelligenz getriebene Produktivitätsboom erst am Anfang steht. Gleichzeitig warnt das Unternehmen vor einer Konzentration des Wachstums auf nur wenige Sektoren – einem Ausmaß, das historisch einmalig sein könnte. Der Bericht wurde am Donnerstag veröffentlicht.

Henry H. McVey, Leiter Global Macro and Asset Allocation und CIO der KKR-Bilanz, formuliert die Herausforderung deutlich: „Der sich verschärfende strategische Wettbewerb wird das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich stärker auf weniger Branchen konzentrieren und es zeitweise extremer ausfallen lassen als alles, was wir seit Beginn der zweiten industriellen Revolution in den 1870er Jahren gesehen haben." Ein historischer Vergleich, der die Tragweite der aktuellen Entwicklungen unterstreicht.

McVey beschreibt eine Investmentlandschaft, in der einige Teile der Wirtschaft und der Märkte „ausgehungert" sind, während andere „überflutet" werden. Technologie, hochwertige Dienstleistungen und Staatsausgaben seien Bereiche mit „enorm konzentriertem" Wachstum. Für Anleger bedeutet das: Die Selektion der richtigen Sektoren wird entscheidender denn je.

Verteidigung, Energie und Landwirtschaft als Gewinner

Bei den langfristigen Trends sieht KKR die Sektoren Verteidigung und Energie als wahrscheinlichste Gewinner. „Es gibt einen breit angelegten und wachsenden Fokus auf die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit von Lieferketten über Nationen und Branchen hinweg, trotz höherer Inputkosten", heißt es im Bericht. Dieser Trend spiegelt die geopolitischen Spannungen wider, die Regierungen weltweit zu massiven Investitionen in strategische Infrastruktur veranlassen.

Auch die Landwirtschaft rückt laut McVey zunehmend in den Fokus strategischer Investitionen. Sie geselle sich zu Energiesicherheit, Verteidigung und kritischen Mineralien als politisch unterstützter Sektor, der nachhaltige Investitionen anziehen werde. Als Beleg verweist McVey auf Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA): Die US-Weizenproduktion soll für 2026 bis 2027 den niedrigsten Stand seit 1972 erreichen, während die Preise auf Dreijahreshochs steigen.

Asien und der chinesische Yuan im Fokus

Ein weiterer zentraler Punkt des KKR-Ausblicks ist die erwartete Outperformance asiatischer Vermögenswerte. McVey zeigt sich besonders optimistisch für Japan und Südkorea: „Wir glauben, dass Japan und Korea immer noch günstig bewertet sind, da die Gewinne sowohl 2026 als auch 2027 positiv überraschen dürften." Beide Märkte bieten aus KKR-Sicht attraktive Einstiegsmöglichkeiten für internationale Anleger.

Bei China bleibt KKR hingegen zurückhaltend. Die anhaltende Immobilienkrise des Landes sei der Hauptgrund dafür, dass man bei chinesischen Vermögenswerten nicht übermäßig optimistisch sei. Dennoch prognostiziert KKR eine Aufwertung des chinesischen Yuan gegenüber dem US-Dollar: Mit dem Erreichen des Höchststandes des US-Dollars erwartet das Unternehmen einen Kurs von etwa 6,5 Yuan pro US-Dollar bis zum Jahr 2027.

Für deutsche Privatanleger liefert der KKR-Halbjahresbericht wichtige Orientierungspunkte: Die Botschaft lautet, dass die KI-Revolution zwar enormes Potenzial birgt, die Gewinne jedoch ungleich verteilt sein werden. Wer in den kommenden Jahren von diesem Megatrend profitieren möchte, sollte gezielt auf die begünstigten Sektoren setzen – und gleichzeitig die Risiken einer historisch extremen Marktkonzentration im Blick behalten.

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