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Kinder und Geld: So legen Eltern den Grundstein für finanzielle Kompetenz

Offene Gespräche über Finanzen machen Kinder laut einem Psychologen als Erwachsene deutlich besser aufgestellt – eine aktuelle Umfrage zeigt den Trend.

Kinder und Geld: So legen Eltern den Grundstein für finanzielle Kompetenz

Steigende Kosten und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld zwingen immer mehr Eltern dazu, offen mit ihren Kindern über Geld zu sprechen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Finanzsoftwareunternehmens Intuit, die am 31. März 2026 veröffentlicht wurde. Befragt wurden 2.000 US-amerikanische Eltern mit Kindern unter 18 Jahren – und die Ergebnisse sind eindeutig.

Fast zwei Drittel der befragten Eltern – genau 64 Prozent – gaben an, dass sie durch die jüngsten finanziellen Herausforderungen transparenter mit ihren Kindern über die Verwaltung der Familienfinanzen geworden sind. 66 Prozent sagten zudem, dass sie Kaufwünsche ihrer Kinder häufiger ablehnen und dabei die Gründe erläutern. Laut Brad Klontz, Finanzpsychologe, Autor und außerordentlicher Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Creighton University, ist genau das der richtige Ansatz.

Früh übt sich: Geldgewohnheiten ab dem fünften Lebensjahr

Kinder können bereits ab dem Alter von fünf Jahren dauerhafte Geldgewohnheiten entwickeln, wie Forschungsergebnisse belegen. Eine Studie von Wissenschaftlern der Brigham Young University aus dem Jahr 2022 zeigt: Kinder, die frühzeitig Finanzkompetenz erwerben, bauen mit höherer Wahrscheinlichkeit eine gesunde Beziehung zu Geld auf – mit positiven Auswirkungen auf ihr finanzielles und allgemeines Wohlbefinden im Erwachsenenalter.

„Wenn Eltern mit ihren Kindern über Geld sprechen, sind diese Kinder später im Leben finanziell viel besser aufgestellt, anstatt es auf die harte Tour lernen zu müssen", sagt Klontz. Dabei geht es nicht nur um abstrakte Konzepte: Eltern können einem kleinen Kind erklären, warum eine teure Videospielkonsole nicht ins Familienbudget passt, oder einem Teenager zeigen, wie Geld für die Hochschulausbildung zurückgelegt wird.

In der Schule erhalten Kinder in den USA nicht immer ausreichend Finanzbildung. Stand März 2026 verlangen 39 US-Bundesstaaten das Bestehen eines Kurses in persönlicher Finanzführung als Voraussetzung für den High-School-Abschluss – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 12 Bundesstaaten im Jahr 2022, wie der Council for Economic Education berichtet. Dennoch bleibt die Familie der wichtigste Lernort für den Umgang mit Geld.

Tabu-Thema Geld: Warum Vermeidung ein Fehler ist

Viele Eltern empfinden Gespräche über Geld als Tabu – besonders wenn es um den konkreten Finanzstatus der Familie oder die eigenen Ausgabengewohnheiten geht. Manche schämen sich für Lücken in ihrer eigenen Finanzkompetenz, andere meiden das Thema aus Angst vor knappen Mitteln. Klontz bezeichnet diese Vermeidung jedoch als „großen Fehler".

„Sie wollen Ihren Kindern nicht vermitteln, dass dies ein stressiges Tabuthema ist, über das ‚wir nicht sprechen'", sagt der Finanzpsychologe. Ein solcher Ansatz könne die langfristige Finanzkompetenz der Kinder nachhaltig beeinträchtigen – insbesondere wenn sie als Erwachsene nicht über eigene Budgetpläne sprechen oder gar nicht erst darüber nachdenken.

Stattdessen empfiehlt Klontz, Kindern zu erklären, wofür die Familie Geld ausgibt und warum – und was mit dem Geld geschieht, das nicht ausgegeben wird, etwa durch Investitionen oder gezieltes Sparen. „Setzen Sie sich zusammen und sagen Sie: 'Schau, wir wollen einen neuen Fernseher, oder wir haben dieses andere finanzielle Ziel, also werden wir bei jedem Gehaltsscheck einen Betrag X beiseitelegen'", rät er.

Praktische Lektionen im Alltag

Mehr als die Hälfte der befragten Eltern nimmt ihre Kinder zum Lebensmitteleinkauf mit, um ihnen einen direkten Einblick in die regulären Haushaltskosten zu geben. 38 Prozent sprechen mit ihren Kindern über regelmäßige Ausgaben wie Miete, Hypothek oder Nebenkosten. Diese praktischen Erfahrungen helfen Kindern, bewusst mit Preisen umzugehen und ein Gespür für das Sparen zu entwickeln.

Alexa von Tobel, Gründerin und geschäftsführende Partnerin des Venture-Fonds Inspired Capital, empfiehlt einen konkreten Ansatz beim Einkaufen: „Wenn Sie durch ein Geschäft gehen und Ihr Kind etwas möchte, nehmen Sie es in die Hand und zeigen Sie ihm den Preis. 'Das kostet 29 Dollar. Mama hat heute nicht die 29 Dollar dafür, aber wir können darüber nachdenken, das für deinen Geburtstag zu sparen.'"

Klontz betont dabei einen wichtigen Vorbehalt: Die Gespräche sollten stets altersgerecht und nicht zu stressig gestaltet sein. Kinder im Grundschulalter können grundlegende Konzepte wie den Wert von Geld verstehen, während Mittelschüler eher bereit sind, komplexere Themen wie Budgetierung und langfristiges Sparen zu besprechen. Wer Kinder unnötig erschreckt oder unter Druck setzt, riskiert, dass sie eine ungesunde Beziehung zu Geld entwickeln – das Gegenteil des gewünschten Effekts.

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