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KI-Investments, Uber-Deal und Hongkongs Raumfahrt-Meilenstein

Globale Märkte im Wandel: Chinas Tech-Fokus verschiebt sich, Uber greift nach Delivery Hero, und Hongkong schreibt Raumfahrtgeschichte.

KI-Investments, Uber-Deal und Hongkongs Raumfahrt-Meilenstein

Die globalen Finanzmärkte zeigen zum 25. Mai 2026 markante Verschiebungen: Investoren in China setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz und Halbleiter, während im europäischen Liefersektor ein milliardenschwerer Übernahmepoker läuft. Gleichzeitig markiert die chinesische Raumfahrtmission Shenzhou-23 einen historischen Moment für Hongkong.

Analysten raten Investoren zunehmend, Chinas ungleichmäßige Konjunkturerholung durch einen gezielten Schwenk in Richtung KI und Hightech-Fertigung zu navigieren. Trotz makroökonomischer Volatilität und schwacher Einzelhandelsumsätze bleibt der KI-Sektor der primäre Fokus für Kapitalallokation. Portfoliomanager wie Gavekal-Experte Leonid Mironov haben ihre Fonds bereits umstrukturiert und gewichten Halbleiter sowie Hardware deutlich höher, während klassische Konsumgüter- und Gesundheitssektoren stark untergewichtet werden.

Chinas Tech-Boom: Halbleiter statt breiter Technologiekorb

Unter Marktexperten herrscht zunehmend Einigkeit: Das Label „Tech" ist zu unscharf geworden. Investmentstrategien fokussieren sich nun gezielt auf Halbleiter, Software und sogenannte Hyperscaler – also Anbieter massiver Cloud-Infrastruktur. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Performance-Lücke wider: Chinesische Festland-A-Aktien legten in diesem Jahr um 4,5 Prozent zu, während der Hongkonger Hang Seng Index weitgehend stagnierte.

Morgan Stanley hält an einer Übergewichtung von KI-Modellunternehmen wie Zhipu und MiniMax fest. Andere Marktteilnehmer bleiben hingegen vorsichtig und verweisen auf fehlende, nachhaltig bewährte Geschäftsmodelle und mangelnde Kundenbindung. Südkorea spiegelt diesen regionalen KI-Enthusiasmus: Das Land lancierte seine ersten gehebelten Einzel-Aktien-ETFs auf die Halbleitergiganten Samsung Electronics und SK Hynix, um die Retailnachfrage nach KI-getriebenem Wachstum zu bedienen. Südkoreanische Regulatoren warnen jedoch, dass Rebalancing-Aktivitäten dieser Hebelprodukte Marktschwankungen erheblich verstärken können.

Uber gegen Delivery Hero: Übernahmepoker in Europa

Im europäischen Liefersektor zeichnet sich eine Großtransaktion ab. Uber hat offiziell Interesse an einer vollständigen Übernahme des Berliner Unternehmens Delivery Hero bekundet und bietet 33 Euro je Aktie – eine Bewertung von rund 10 Milliarden Euro. Der Markt reagierte skeptisch: Der Kurs kletterte über das Angebot hinaus und schloss bei 33,59 Euro, mit weiteren Zuwächsen im nachbörslichen Handel.

Laut einem Bericht der Financial Times fordern wichtige Aktionäre einen Mindestpreis von 40 Euro je Aktie, was einer Unternehmensbewertung von rund 13 Milliarden Euro entspräche. Uber hat seine Position mithilfe von Morgan Stanley über den Einsatz von Derivaten ausgebaut und hält mittlerweile direkt 19,5 Prozent sowie weitere 5,6 Prozent in Optionen. Diese Aktivitäten folgen auf eine Phase der Unternehmensumstrukturierung bei Delivery Hero, darunter der angekündigte Rücktritt von CEO Niklas Östberg unter dem Druck aktivistischer Investoren wie Aspex.

Die Lage wird durch einen weiteren potenziellen Bieter kompliziert: DoorDash hat ebenfalls Interesse signalisiert – entweder an einer vollständigen Übernahme oder am Kauf spezifischer Regionaloperationen im Nahen Osten und in der Türkei. Zusätzlich zwingt regulatorischer Druck den niederländischen Großaktionär Prosus zur Reduzierung seiner eigenen Beteiligung, was die Eigentümerstruktur des deutschen Lieferriesen weiter verändert.

Hongkongs historischer Moment in der Raumfahrt

China hat die Shenzhou-23-Mission zur Raumstation Tiangong gestartet. Die Mission könnte einen Rekord für den längsten bemannten Raumflug in der chinesischen Geschichte aufstellen: Ein Astronaut soll bis zu einem Jahr im Orbit verbleiben.

Besondere Bedeutung hat die Mission für Hongkong: Li Jiaying, eine ehemalige Polizeiinspektorin aus Hongkong, wurde als Nutzlastspezialistin ausgewählt. Es ist das erste Mal, dass ein Astronaut aus Hongkong an einer chinesischen Raumfahrtmission teilnimmt – ein Signal für die wachsende Integration Hongkonger Fachkräfte in Chinas nationales Raumfahrtprogramm. Die Mission ist Teil eines ambitionierten Fahrplans, der bis 2030 eine Mondlandung und bis 2035 eine permanente Mondbasis in Zusammenarbeit mit Russland vorsieht. Zudem soll Shenzhou-23 autonome Rendezvous- und Andockverfahren testen, die für künftige Mondoperationen entscheidend sind.

Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, wie eng Technologie, Kapital und geopolitische Ambitionen miteinander verflochten sind. Für deutsche Privatanleger bieten die Verschiebungen im asiatischen Tech-Sektor und der Übernahmepoker um Delivery Hero konkrete Beobachtungspunkte – mit erheblichen Chancen, aber auch klar erkennbaren Risiken durch Hebelprodukte und ungelöste Bewertungsfragen.

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