KI-Euphorie treibt S&P 500 und Nasdaq auf neue Rekordhöhen
Micron Technology stößt kurzzeitig in den Billionen-Dollar-Club vor – KI-Optimismus beflügelt die globalen Aktienmärkte.

Die weltweiten Aktienmärkte haben am Dienstag neue Höchststände erreicht. Der S&P 500, der Nasdaq sowie der Small-Cap-Index Russell 2000 kletterten auf Rekordniveaus. Treiber war einmal mehr der ungebrochene Optimismus rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI), der insbesondere dem US-Chiphersteller Micron Technology enormen Auftrieb verlieh.
Micron Technology katapultierte sich am Dienstag zumindest vorübergehend in den exklusiven Club der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar. Die Aktie legte an einem einzigen Tag um beeindruckende 19 Prozent zu. In weniger als zwei Monaten hat sich der Kurs um über 180 Prozent verteuert – ein kaum fassbarer Lauf, der das Unternehmen in eine Liga mit den größten Konzernen der Welt katapultiert hat. Auch AMD und Qualcomm profitierten vom KI-Rückenwind und gewannen 8 bzw. 4,5 Prozent. Der US-Technologiesektor insgesamt legte 1,7 Prozent zu.
Auf regionaler Ebene stach Südkorea mit einem Plus von 2,5 Prozent auf ein neues Allzeithoch hervor. Auch der MSCI Asia ex-Japan und der MSCI All Country World Index erreichten Rekordstände. Europa hingegen gab 0,6 Prozent nach, während der britische Markt leicht um 0,2 Prozent zulegte.
Energiesektor unter Druck, Anleihenmarkt im Fokus
Während Technologiewerte glänzten, stand der Energiesektor unter erheblichem Druck. Er verlor 2,8 Prozent. BP büßte 4 Prozent ein, Chevron 3,5 Prozent. Beim Rohöl zeigte sich ein uneinheitliches Bild: Brent-Öl stieg um 4 Prozent, während WTI um 3 Prozent nachgab. Gold verlor 1,5 Prozent.
Am Anleihenmarkt sanken die US-Renditen auf breiter Front. Am kurzen Ende der Kurve fielen sie um bis zu 8 Basispunkte, was zu einem sogenannten „Bull Flattening" der Zinskurve führte. Die Auktion zweijähriger US-Staatsanleihen verlief solide. Das US-Finanzministerium versteigert diese Woche verzinsliche Wertpapiere im Wert von insgesamt 183 Milliarden US-Dollar am kurzen und mittleren Ende der Kurve, zusätzlich zu 28 Milliarden Dollar an zweijährigen variabel verzinslichen Anleihen sowie Schatzwechseln im Wert von Hunderten Milliarden Dollar. Die Auktionen gelten als wichtiger Gradmesser für den Appetit der Anleger auf US-Staatsschulden – zumal die Verkäufe von 20-jährigen Anleihen und 10-jährigen TIPS in der Vorwoche durch schwache Nachfrage und große „Tails" enttäuschten.
EZB-Zinserhöhung im Juni gilt als sicher
Auf der geldpolitischen Bühne verdichten sich die Signale für eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni. Sowohl EZB-Chefökonom Philip Lane als auch Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel haben sich klar in diese Richtung geäußert. Schnabel betonte in einem Reuters-Interview, dass die Zinsen steigen sollten – selbst dann, wenn ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran zustande käme. Der Renditeabstand zwischen zweijährigen US- und deutschen Anleihen hat sich zuletzt zugunsten des Dollars ausgeweitet, da sich die Erwartungen an Fed-Zinserhöhungen gefestigt haben. Dies drückte den Euro zurück in Richtung 1,16 Dollar.
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Zur AktienanalyseSpaceX-Börsengang im Blick – aber Vorsicht ist geboten
Anleger warten zudem gespannt auf den erwarteten Börsengang von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk. Eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar oder mehr steht im Raum. Allerdings mahnt eine Reuters-Analyse zur Vorsicht: Bei den 50 größten Börsengängen der vergangenen fünf Jahre wären Anleger in rund drei Viertel der Fälle besser gefahren, hätten sie stattdessen einen S&P 500 Indexfonds gekauft.
Beim US-Verbrauchervertrauen zeigten sich im Mai Risse: Es sank angesichts steigender Inflationssorgen. OpenAI-Chef Sam Altman äußerte sich derweil optimistisch und sagte, KI werde wahrscheinlich nicht zu einer „Job-Apokalypse" führen. Der Devisenmarkt zeigte sich weitgehend ruhig – der Dollar blieb unverändert, während der israelische Schekel mit einem Plus von 1 Prozent der größte Gewinner unter den G10-Währungen war. Der Neuseeland-Dollar gehörte vor der bevorstehenden Zinsentscheidung der Reserve Bank of New Zealand zu den größten Verlierern.

