KI-Euphorie an Asiens Börsen verpufft wegen Ölpreisdruck
Technologiewerte legten zunächst deutlich zu, doch hohe Ölpreise und der Nahostkonflikt bremsten die Gewinne.

Asiatische Aktienmärkte starteten am Morgen mit kräftigen Gewinnen in den Handel, angetrieben von einer Erholung der US-amerikanischen KI-Aktien und dem optimistischen Ausblick von Nvidia. Der Chip-Gigant hatte mit positiven Signalen zur Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz für Aufbruchsstimmung gesorgt. Doch die anfängliche Euphorie hielt nicht lange an.
Der Ölpreis blieb hartnäckig über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel und belastete die Risikobereitschaft der Investoren spürbar. Der anhaltende Nahostkonflikt schürt Unsicherheit über die globalen Energielieferketten. Analysten der Maybank erklärten in einer Mitteilung, dass ein knappes Angebot und immense geopolitische Unsicherheit die Ölpreise auf hohem Niveau halten.
US-Präsident Trump hatte zwar wiederholt versichert, die strategisch wichtige Straße von Hormus – eine der bedeutendsten Energietransportrouten der Welt – werde bald wieder uneingeschränkt passierbar sein. Diese Zusicherungen stützten die Risikobereitschaft über Nacht kurzfristig, reichten aber nicht aus, um die Marktgewinne dauerhaft zu sichern.
Gemischte Bilanz an den asiatischen Handelsplätzen
Die einzelnen Märkte schlossen sehr unterschiedlich. Der südkoreanische Kospi zählte zu den klaren Gewinnern und schloss 1,6 Prozent im Plus. Der taiwanische Taiex legte ebenfalls deutlich um 1,5 Prozent zu – beide Indizes profitierten von der starken Gewichtung der Halbleiter- und Technologiewerte.
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Zur AktienanalyseDer japanische Nikkei hingegen gab seine frühen Gewinne vollständig wieder ab und schloss letztlich 0,1 Prozent tiefer. Ähnlich erging es dem Hang Seng Tech Index in Hongkong, der nach anfänglichen Gewinnen mit einem Minus von 0,2 Prozent aus dem Handel ging. Der breite Hang Seng Index konnte sich mit einem marginalen Plus von 0,1 Prozent knapp im grünen Bereich halten.
Den größten Verlust verzeichnete der Shanghai Composite Index mit einem Rückgang von 0,85 Prozent. Chinas Festlandbörse stand damit unter dem stärksten Druck, belastet von Konjunktursorgen und dem anhaltenden geopolitischen Umfeld. Für deutsche Anleger mit Engagements in Asien-ETFs oder Einzelwerten aus der Region bleibt die Lage vorerst volatil.

