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KI-Entwicklung: Fondsmanager setzt nicht auf Nvidia als Schlüsselunternehmen

Janus-Henderson-Manager Jonathan Cofsky erklärt, warum physische Kapazitätsgrenzen den KI-Boom bremsen könnten – und welches Unternehmen er bevorzugt.

KI-Entwicklung: Fondsmanager setzt nicht auf Nvidia als Schlüsselunternehmen

Der S&P 500 hat am Montag seinen 23. Rekordschlussstand des laufenden Jahres markiert. Das sind bemerkenswerte 20 Rekordschlussstände mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres – eine Performance, die Anleger weltweit beeindruckt, aber gleichzeitig Fragen aufwirft. Denn mit jedem neuen Allzeithoch wächst auch die Sorge, ob die Märkte auf eine gefährliche Überhitzung zusteuern.

Immer mehr Marktbeobachter ziehen Parallelen zur Dotcom-Blase der späten 1990er Jahre, als Technologieaktien in schwindelerregende Höhen stiegen – bevor der Absturz kam. Damals trieb die Euphorie rund um das Internet die Bewertungen weit über jedes vernünftige Maß hinaus. Die Frage, ob sich Geschichte wiederholt, beschäftigt derzeit viele Investoren.

Warum dieser Fondsmanager keinen Dotcom-Crash befürchtet

Jonathan Cofsky, Co-Portfoliomanager des Janus Henderson Global Tech and Innovation Fund, sieht die Situation jedoch differenziert. Der Fonds verwaltet ein Vermögen von 9,35 Milliarden US-Dollar und zählt damit zu den bedeutenden Technologiefonds weltweit. Cofsky identifiziert einen entscheidenden Unterschied zur Dotcom-Ära, der einen vorzeitigen Wachstumspeak verhindern dürfte: physische und energetische Kapazitätsgrenzen.

Diese Kapazitätsgrenzen sind laut Cofsky kein Zeichen einer Blase, sondern vielmehr ein strukturelles Merkmal des aktuellen KI-Booms. Anders als in der Dotcom-Zeit, als Unternehmen ohne reale Infrastruktur und Geschäftsmodelle bewertet wurden, steht hinter dem KI-Wachstum heute ein massiver Bedarf an physischer Rechenkapazität, Rechenzentren und Energie. Diese realen Engpässe begrenzen das Wachstum, verhindern aber auch eine unkontrollierte Überhitzung.

Nvidia nicht das wichtigste Unternehmen im KI-Ökosystem

Besonders aufhorchen lässt Cofskys Einschätzung zu Nvidia. Der Chiphersteller gilt in der breiten Öffentlichkeit als das Herzstück der KI-Revolution – seine Grafikprozessoren treiben die meisten großen KI-Modelle an. Doch der Janus-Henderson-Manager sieht ein anderes Unternehmen als noch zentraler für die weitere KI-Entwicklung an. Welches Unternehmen das konkret ist, macht Cofsky in seinen Ausführungen deutlich, ohne dass Nvidia dabei die Hauptrolle spielt.

Für deutsche Privatanleger ist diese Perspektive besonders relevant. Viele Portfolios sind stark auf Nvidia ausgerichtet, da die Aktie in den vergangenen Jahren zu den größten Gewinnern zählte. Eine abweichende Einschätzung eines erfahrenen Fondsmanagers, der Milliarden in Technologiewerte investiert, sollte zumindest zur kritischen Reflexion der eigenen Anlagestrategie anregen.

Rekordmärkte und die Frage nach der Nachhaltigkeit

Die anhaltende Rekordserie des S&P 500 stellt Anleger vor eine klassische Herausforderung: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Gewinne mitzunehmen, und wann lohnt es sich, investiert zu bleiben? Cofskys Analyse legt nahe, dass strukturelle Faktoren wie Energiekapazität und physische Infrastruktur als Indikatoren für die Nachhaltigkeit des KI-Wachstums herangezogen werden sollten – und nicht allein die Kursentwicklung einzelner Aktien.

Der Janus Henderson Global Tech and Innovation Fund mit seinem Volumen von 9,35 Milliarden US-Dollar ist dabei ein bedeutender Akteur, dessen Positionierung Signalwirkung für den Markt haben kann. Cofskys Einschätzung, dass physische Grenzen den Boom eher regulieren als beenden werden, bietet eine nüchterne, aber konstruktive Perspektive auf die aktuelle Marktlage.

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