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KI-Boom verdrängt Bitcoin: Anleger rotieren in KI-Aktien

Privatanleger und Hedgefonds verlassen Kryptowährungen und setzen stattdessen auf Künstliche Intelligenz – mit spürbaren Folgen für den Bitcoin-Kurs.

• 2 Min
KI-Boom verdrängt Bitcoin: Anleger rotieren in KI-Aktien

Daniel Koss war einst überzeugter Bitcoin-Investor. Der 30-jährige Schweizer aus Zug hielt eine sechsstellige Bitcoin-Position in der festen Überzeugung, Kryptowährungen würden das globale Finanzwesen grundlegend revolutionieren. Dann kam die Künstliche Intelligenz – und alles änderte sich.

Im August vergangenen Jahres trennte sich Koss vollständig von seiner Bitcoin-Position und investierte das Kapital in KI-Aktien. „Ich fühlte mich ein wenig wie ein Höhlenmensch, der das Feuer entdeckt hat", beschreibt er seinen Sinneswandel. Die rasant wachsende KI-Technologie habe seiner Einschätzung nach das Potenzial, ganze Branchen umzukrempeln – ein Versprechen, das er einst nur in Kryptowährungen sah.

Breite Marktrotation von Krypto zu KI

Der Schwenk von Koss ist kein Einzelfall. Er spiegelt eine breitere Bewegung an den Kapitalmärkten wider: Sowohl Privatanleger als auch Hedgefonds trennen sich zunehmend von Bitcoin und anderen Token, um ihr Kapital in KI-Aktien umzuschichten. Diese Rotation hat messbare Auswirkungen auf den Kryptomarkt.

Bitcoin notiert derzeit bei rund 60.000 US-Dollar – weit entfernt vom Rekordhoch von mehr als 126.000 US-Dollar, das im Oktober erreicht wurde. Den Einbruch löste unter anderem die Drohung von US-Präsident Trump mit neuen Zöllen gegen China aus, die Anleger aus risikoreicheren Anlagen fliehen ließ. Während Bitcoin unter Druck geriet, verzeichneten Chiphersteller und andere KI-Aktien Kursgewinne, wie man sie einst nur von Kryptowährungen kannte.

Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence, sieht den Kryptomarkt an einem Wendepunkt: „Was im Kryptosektor geschieht, ist, dass die Bereinigung gerade erst beginnt." Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass der Druck auf Kryptowährungen möglicherweise noch nicht sein Ende gefunden hat.

Bitcoin zu reif für explosive Gewinne?

Koss plant in absehbarer Zeit keinen Wiedereinstieg in Bitcoin. Seine Begründung ist aufschlussreich: Er ist überzeugt, dass die Anlageklasse mittlerweile so weit gereift ist, dass die explosiven, parabolischen Gewinne der Vergangenheit nicht mehr zu erwarten sind. „Ich denke, selbst eine Verdopplung ist angesichts der Größe bereits viel", sagt er. Eine Verzehnfachung des Bitcoin-Kurses, wie sie in früheren Marktzyklen vorkam, hält er für ausgeschlossen.

Diese Sichtweise teilen offenbar auch einige eingefleischte Krypto-Anhänger, die ihre Positionen zugunsten dynamischer KI-Aktien reduziert haben. Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung besonders relevant: Die Rotation zeigt, wie schnell sich Risikokapital zwischen Anlageklassen verschieben kann, wenn eine neue Technologie das Narrativ dominiert.

Die Frage, ob KI-Aktien das neue Krypto sind – also die bevorzugte Spielwiese für risikobereite Wachstumsinvestoren – stellt sich damit mit zunehmender Dringlichkeit. Klar ist: Der Wettbewerb um Anlegerkapital zwischen Kryptowährungen und KI-Investments hat begonnen, und derzeit scheint die Künstliche Intelligenz die Oberhand zu behalten.

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