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KI-Boom treibt Hedging-Flüsse und bewegt globale Devisenmärkte

Bank of America warnt: KI-Aktienrallye beeinflusst Währungsmärkte stärker als klassische Wirtschaftsdaten – besonders der Yen leidet.

KI-Boom treibt Hedging-Flüsse und bewegt globale Devisenmärkte

Der Boom bei Aktien mit Bezug zur künstlichen Intelligenz (KI) verändert laut einer Analyse der Bank of America die globalen Devisenmärkte grundlegend. Die US-Großbank argumentiert, dass Währungsabsicherungen – sogenanntes Hedging – durch internationale Investoren zu einem immer wichtigeren Treiber für bedeutende Währungsbewegungen geworden sind. Dieser Effekt überlagere zunehmend traditionelle wirtschaftliche Fundamentaldaten wie Leistungsbilanzen oder Zinsdifferenzen.

Im Mittelpunkt der Analyse steht der japanische Yen. Laut Bank of America hat die japanische Währung unter allen G10-Währungen den stärksten Abwärtsdruck durch Hedging-Aktivitäten erfahren. Der Grund: Ausländische Investoren sichern ihr wachsendes Engagement am japanischen Aktienmarkt gegen Währungsrisiken ab – und verkaufen dabei in großem Umfang Yen.

Nikkei 225 übertrifft andere Indizes deutlich

Seit dem zweiten Quartal 2025 hat der Nikkei 225 andere wichtige Aktienindizes deutlich übertroffen. Diese starke Performance zieht internationale Kapitalzuflüsse an, die wiederum umfangreiche Absicherungsgeschäfte nach sich ziehen. Die Bank of America schätzt, dass diese Hedging-Kapitalflüsse den Yen um bis zu 10 Prozent belastet haben könnten.

Dieser Befund liefert eine mögliche Erklärung für ein Phänomen, das Marktbeobachter zuletzt rätseln ließ: Trotz unterstützender Leistungsbilanzdaten und der weit verbreiteten Erwartung steigender japanischer Zinssätze blieb der Yen schwach. Die Hedging-Theorie der Bank of America schließt diese Erklärungslücke.

Andere Währungen profitieren vom Hedging-Effekt

Außerhalb Japans zeigt sich ein anderes Bild. Dem Bericht zufolge haben Hedging-Flüsse Währungen wie die schwedische Krone, den Schweizer Franken, den kanadischen Dollar und den australischen Dollar tendenziell gestützt. Dies spiegele die Performance ihrer jeweiligen Aktienmärkte und internationalen Anlagepositionen wider.

Auch der US-Dollar könnte laut der Analyse einem moderaten Verkaufsdruck ausgesetzt gewesen sein. Starke Kursgewinne bei US-Aktien hätten Anleger dazu veranlasst, ihre Währungsrisiken abzusichern – was entsprechende Dollarverkäufe nach sich zog.

Mit Blick auf die Zukunft sieht die Bank of America eine Verschiebung im Chance-Risiko-Verhältnis zugunsten eines stärkeren Yen. Eine Verlangsamung der KI-getriebenen Aktienrallye, kombiniert mit der Möglichkeit japanischer Deviseninterventionen, könnte einen Teil der jüngsten Yen-Schwäche umkehren. Vor diesem Hintergrund bevorzugt die Bank niedrigere Kurse für die Währungspaare CHF/JPY und CAD/JPY – beide könnten unter Druck geraten, falls die aktiengetriebenen Hedging-Flüsse nachlassen.

Als größtes Risiko für diese Einschätzung nennt die Bank of America eine anhaltende Stärke von KI-bezogenen Aktien. Sollte die Rallye weitergehen, dürften auch die Hedging-Aktivitäten auf hohem Niveau bleiben – und den Yen weiter belasten. Für deutsche Privatanleger, die in japanische oder US-amerikanische Aktien investiert sind, verdeutlicht die Analyse, wie eng Aktien- und Devisenmärkte im Zeitalter des KI-Booms miteinander verknüpft sind.

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