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KI-Boom: Ölkonzerne im Permian Basin setzen auf Rechenzentren

Landbesitzer im größten US-Ölfeld wollen ihre weitläufigen Flächen für den boomenden KI-Sektor erschließen.

KI-Boom: Ölkonzerne im Permian Basin setzen auf Rechenzentren

Energieunternehmen im Permian Basin, dem größten Ölfeld der Vereinigten Staaten, vollziehen einen bemerkenswerten strategischen Wandel. Firmen wie Texas Pacific Land, LandBridge und EagleRock planen, ihre ausgedehnten Landflächen im Westen von Texas und New Mexico nicht länger ausschließlich für die Öl- und Gasförderung zu nutzen. Stattdessen wollen sie vom massiven Flächenbedarf der KI-Industrie profitieren und Rechenzentren auf ihrem Territorium ansiedeln.

Bislang verdienten diese Unternehmen ihr Geld vor allem durch die Verpachtung von Flächen an Öl- und Gasproduzenten. Diese nutzten das Land für den Bau von Straßen, die Durchführung von Bohrungen oder die Entsorgung von bei der Förderung anfallendem Abwasser. Das neue Geschäftsmodell zielt darauf ab, die vorhandene Infrastruktur und die natürlichen Standortvorteile der Region für eine völlig neue Industrie nutzbar zu machen.

Ideale Bedingungen für Rechenzentren

Die strategische Logik hinter diesem Kurswechsel ist klar: Das Permian Basin bietet Bedingungen, die andernorts in den USA zunehmend schwer zu finden sind. Während Rechenzentrumsprojekte in Regionen von Maine bis Arizona häufig mit lokalem Widerstand, Ressourcenknappheit oder bürokratischen Hürden zu kämpfen haben, punktet der Südwesten mit einer wirtschaftsfreundlichen Politik, günstiger Energie und einer bereits vorhandenen Infrastruktur.

Greg Pipkin Jr., CEO von EagleRock, hebt hervor, dass die Region die kritischen Anforderungen der Branche in großem Umfang erfüllen könne. Besonders entscheidend seien dabei die Verfügbarkeit von Wasser, ausreichend Strom sowie die notwendigen Übertragungskapazitäten – allesamt Faktoren, die für den Betrieb energiehungriger KI-Rechenzentren unverzichtbar sind.

Diversifizierung über den Energiesektor hinaus

Die Ambitionen der Landbesitzer gehen dabei über die bloße Flächenverpachtung hinaus. Die Unternehmen planen, den künftigen Rechenzentren auch notwendige Baumaterialien sowie Wasser direkt zu liefern. Damit wollen sie ihre Geschäftsmodelle gezielt über den traditionellen Energiesektor hinaus diversifizieren und neue, stabile Einnahmequellen erschließen.

Dieser Trend spiegelt eine breitere Entwicklung in der US-amerikanischen Energiewirtschaft wider. Die KI-Industrie gilt als einer der am schnellsten wachsenden Treiber des Stromverbrauchs in den USA. Rechenzentren benötigen nicht nur enorme Mengen an Energie, sondern auch Wasser zur Kühlung und ausreichend Platz – Ressourcen, die im dünn besiedelten Permian Basin reichlich vorhanden sind.

Für deutsche Anleger, die den US-Energiesektor beobachten, ist diese Entwicklung ein weiteres Zeichen dafür, dass klassische Rohstoffunternehmen ihre Geschäftsmodelle aktiv neu ausrichten. Die Verbindung von traditioneller Energieinfrastruktur und dem wachsenden Digitalisierungsbedarf der KI-Branche könnte langfristig neue Bewertungsmaßstäbe für Landbesitzgesellschaften im amerikanischen Energiesektor setzen.

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