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KI-Boom lässt Dividendenrenditen auf Allzeittief sinken

Die Begeisterung für künstliche Intelligenz verdrängt Dividenden – Dividendenaristokraten hinken dem Index so stark hinterher wie zuletzt zur Dotcom-Blase.

KI-Boom lässt Dividendenrenditen auf Allzeittief sinken

Die Dividendenrendite des S&P 500 steht kurz vor einem Allzeittief. Dividendenstrategien, die jahrzehntelang als solide Grundlage für Aktienanleger galten, haben sich zuletzt als zutiefst enttäuschend erwiesen. Als Hauptursache gilt die Begeisterung rund um künstliche Intelligenz (KI).

Der KI-Boom veranlasst Unternehmen dazu, ihre Gewinne verstärkt in Investitionen zu stecken, anstatt sie als Dividenden an die Aktionäre auszuschütten. Gleichzeitig richtet sich das Anlegerinteresse zunehmend auf Aktien, deren Gewinne und Dividenden lediglich Hoffnungen für die ferne Zukunft darstellen. Diese Kombination setzt klassische Dividendenstrategien massiv unter Druck.

Dividendenaristokraten so schwach wie zur Dotcom-Blase

Besonders deutlich zeigt sich dies beim S&P 500 Dividend Aristocrats Index. Dieser Index enthält ausschließlich Aktien aus dem S&P 500, die ihre Dividende seit mindestens einem Vierteljahrhundert – also 25 Jahren – jedes Jahr erhöht haben. Über einen Zeitraum von drei Jahren ist dieser Index so stark hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben wie zuletzt auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase im März 2000.

Die Grundidee hinter dem Dividendenaristokraten-Ansatz ist überzeugend: Es handelt sich um konservativ geführte Unternehmen, die in der Lage sind, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage kontinuierlich Cashflow für ihre Aktionäre zu generieren. Anleger können die Dividenden reinvestieren, wenn sie nicht auf laufende Erträge angewiesen sind. Wer jedoch regelmäßige Einnahmen aus seinem Portfolio erzielen möchte, steht vor einem wachsenden Problem.

Die Dividenden im S&P 500 liegen derzeit nur knapp über 1 Prozent – und damit nur einen Hauch über ihrem historischen Tiefstand aus dem Jahr 2000. Selbst die als besonders verlässlich geltenden Dividendenaristokraten kommen lediglich auf eine Rendite von 1,3 Prozent. Für einkommensorientierte Anleger sind das ernüchternde Zahlen.

Hohe Dividendenrendite ist kein Qualitätsmerkmal

Wichtig zu verstehen ist dabei: Die Dividendenaristokraten-Strategie zielt nicht darauf ab, Aktien mit besonders hoher Dividendenrendite zu kaufen. Eine ungewöhnlich hohe Rendite ist häufig ein Warnsignal – sie kann darauf hindeuten, dass ein Unternehmen in Schwierigkeiten steckt und eine Kürzung der Ausschüttung droht. Stattdessen setzt der Ansatz auf Beständigkeit und Verlässlichkeit: Unternehmen, die ihre Dividende Jahr für Jahr steigern, beweisen damit finanzielle Stärke und Disziplin.

Der Vergleich mit der Dotcom-Ära ist dabei besonders aufschlussreich. Damals wie heute dominieren Wachstums- und Technologiefantasien die Märkte, während klassische Substanzwerte und Dividendenzahler ins Hintertreffen geraten. Ob sich das Blatt – wie nach dem Platzen der Dotcom-Blase – irgendwann wieder dreht, bleibt abzuwarten. Für deutsche Privatanleger, die auf Dividenden als Einkommensquelle setzen, sind die aktuellen Entwicklungen am US-Markt jedenfalls ein wichtiges Signal.

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