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KI-Beratung per WhatsApp entlastet das Gesundheitssystem

Neues Start-up bietet interaktive Symptomanalyse und erste Handlungsempfehlungen rund um die Uhr

KI-Beratung per WhatsApp entlastet das Gesundheitssystem

Das deutsche Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen: Lange Wartezeiten, überlastete Notaufnahmen und ein zunehmender Mangel an Fachärzten erschweren vielen Patienten den Zugang zu medizinischer Beratung. In diesem Umfeld hat der ehemalige Geschäftsführer der Helios-Kliniken, Francesco De Meo, das Start-up AImaxDoc gegründet. Das erste Produkt des Unternehmens, AImax.care, bietet eine Gesundheitsberatung per WhatsApp an und basiert auf einer generativen Künstlichen Intelligenz.

Das System analysiert Symptome, gibt Handlungsempfehlungen und soll dazu beitragen, echte medizinische Notfälle von weniger dringenden Beschwerden zu unterscheiden. AImax.care nutzt ein speziell trainiertes Sprachmodell, das auf medizinischen Daten und gängigen Behandlungsleitlinien basiert. Darüber hinaus wird das System von vier Haus- und Fachärzten fortlaufend geprüft und optimiert.

Laut De Meo ermöglicht AImax.care eine interaktive Kommunikation mit Nutzern, die ihre gesundheitlichen Beschwerden in frei formulierter Sprache schildern können. Die KI stellt gezielte Nachfragen zu Symptomen, deren Auftreten und möglichen Vorerkrankungen. Falls Hinweise auf eine ernste Erkrankung wie einen Herzinfarkt vorliegen, empfiehlt das System umgehend, den Notruf zu kontaktieren. Trotz dieser Funktionen handelt es sich bei AImax.care bislang nicht um ein zertifiziertes Medizinprodukt, sondern um ein reines Informationstool.

Ähnliche KI-gestützte Anwendungen existieren bereits, darunter Ada Health, das durch strukturierte Fragen Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Erkrankungen berechnet. AImax.care unterscheidet sich jedoch dadurch, dass es Nutzern einen freien Dialog ermöglicht. Dieses Feature soll die Qualität der Einschätzungen verbessern und eine individuellere Beratung ermöglichen.

Die Finanzierung des Start-ups ist gesichert. Neben De Meo und seiner Ehefrau als Hauptgesellschafter sind erfahrene Mitgründer beteiligt. Christian Weber, ein ehemaliger McKinsey-Berater und Pharmamanager, verantwortet Finanzen und IT, während der Humanmediziner Jörg Martin den medizinischen Bereich leitet. Auch Lutz Helmig, Gründer der Helios-Kliniken, gehört zu den Investoren. Er unterstützt das Projekt, weil es seiner Ansicht nach ein ungelöstes Problem adressiert: die frühzeitige Identifikation echter Notfälle.

AImax.care soll zunächst kostenlos nutzbar sein, um Reichweite zu gewinnen und die KI weiter zu verbessern. In Zukunft ist ein kostenpflichtiges Modell mit einer monatlichen Gebühr von unter zehn Euro geplant, das auch Familienaccounts ermöglichen soll. Die Kommunikation mit der KI erfolgt über WhatsApp und entspricht laut De Meo den geltenden Datenschutzbestimmungen. Nutzer müssen lediglich ihre E-Mail-Adresse und Telefonnummer angeben und den Nutzungsbedingungen zustimmen. Der öffentliche Start ist für das Frühjahr geplant, parallel arbeitet das Team an einer App und einer Dialogfunktion mit einem virtuellen Avatar.

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