KI bedroht Booking Holdings: Analysten sehen Risiken für Online-Reiseportale
Citizens Bank stuft Booking ab und warnt vor strukturellen Veränderungen durch künstliche Intelligenz.

Online-Reiseportale stehen vor einem Wendepunkt: Während Analysten der Citizens Bank für das vierte Quartal überdurchschnittliche Buchungszahlen erwarten, sehen sie langfristig erhebliche Risiken durch künstliche Intelligenz – insbesondere für Marktführer Booking Holdings.
Matthew Condon und Andrew Boone von der Citizens Bank prognostizieren für das Schlussquartal ein besser als erwartetes Buchungswachstum. Steigende Hotelumsätze würden schwächere Auslastungstrends mehr als ausgleichen. Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) in den USA zeige eine sequenzielle Verbesserung. Auch die Fluggesellschaften signalisieren ein gesundes Nachfrageumfeld zu Jahresbeginn.
Der Web-Traffic bei großen digitalen Reiseunternehmen wie Airbnb und Booking Holdings ist im Quartalsverlauf gestiegen. "Angesichts unserer Ansicht, dass die Managementteams konservative Prognosen für das vierte Quartal abgegeben haben, glauben wir, dass die aktuellen Nachfragetrends ausreichen, um Ergebnisse zu erzielen, die über den Konsenserwartungen liegen", schreiben die Analysten.
Airbnb profitiert von neuen Katalysatoren
Vor diesem Hintergrund stuften die Analysten Airbnb von "Market Perform" auf "Market Outperform" hoch. Als Begründung nennen sie mehrere bevorstehende Wachstumstreiber: die Einführung neuer Hotels auf der Plattform und potenzielle Werbeeinnahmen. Zusammen mit operativen Verbesserungen, einschließlich der tieferen Integration künstlicher Intelligenz in das Produkterlebnis, gebe es "mehrere Hebel, die im Laufe der Zeit Aufwärtskorrekturen der Schätzungen unterstützen könnten".
Booking Holdings verliert an Momentum
Ganz anders fällt das Urteil für Booking Holdings aus. Die Analysten stuften den Branchenprimus von "Market Outperform" auf "Market Perform" herab. Die Begründung: "Es gibt nur begrenzte kurzfristige Katalysatoren, um das Wachstum signifikant zu beschleunigen." Zwar habe Booking in Asien weiterhin Marktanteile gewonnen und eine starke Akzeptanz seines Treueprogramms verzeichnet, doch würden diese Wachstumstreiber von Wettbewerbern "zunehmend ausgeschöpft".
KI als strukturelles Langfristrisiko
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Zur AktienanalyseBesonders kritisch sehen die Analysten die Entwicklung künstlicher Intelligenz für das Geschäftsmodell von Online-Reiseportalen. KI habe "das Potenzial, den traditionellen Reise-Funnel in einer einzigen, konversationellen Schnittstelle zusammenzuführen". Dies könnte die gesamte Branche fundamental verändern.
"Obwohl Booking möglicherweise weiterhin Hotelbestände innerhalb von KI-Plattformen bereitstellen kann, glauben wir, dass diese Verschiebung Online-Reiseportale weiter in der Wertschöpfungskette nach unten drücken, den Wettbewerb verschärfen und die Provisionssätze unter Druck setzen könnte", warnen die Analysten. Zwar erwarten sie keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Finanzen – KI könnte sogar niedrigere Kundenakquisitionskosten ermöglichen. Doch das Risiko KI-gesteuerter Änderungen bei der Reiseentdeckung könnte die Bewertungsmultiplikatoren begrenzen.
Für Anleger bedeutet dies: Kurzfristig bleiben die Aussichten für Online-Reiseportale positiv, langfristig droht jedoch eine strukturelle Disruption durch künstliche Intelligenz.

