KI-Ausgaben-Sorgen treiben Tech-Aktien tief ins Minus
Nasdaq verliert über 2%, Micron bricht 13% ein – KI-Euphorie weicht wachsender Skepsis über Investitionskosten und Fed-Zinsrisiken.

Der Ausverkauf bei Technologieaktien hat am Dienstag deutlich an Fahrt aufgenommen. Der Nasdaq Composite gab um mehr als 2% nach und testete im Nachmittagshandel erneut seine Tagestiefs. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der bereits am Vortag mit herben Verlusten bei großen Technologiewerten begonnen hatte.
Besonders hart traf es den Chiphersteller Micron Technology, dessen Aktie zuletzt rund 13% im Minus notierte – nahe den Tagestiefs. Auch Intel, Nvidia, Oracle und Tesla verloren jeweils 3% oder mehr. Die schwachen Kurse bei Micron zogen dabei den breiten S&P 500 weiter nach unten.
Kurze Stabilisierung, dann erneuter Druck
Die Aktien starteten deutlich schwächer in den Handel und stabilisierten sich zwischenzeitlich leicht, bevor sie am Nachmittag erneut unter Druck gerieten. Der Dow-Jones-Index hielt sich im Vergleich zu anderen Indizes besser und notierte nahezu unverändert. Damit zeigt sich eine klare Schwäche im Technologiesektor, während klassische Industriewerte vergleichsweise stabil blieben.
SpaceX, das gerade ein umfangreiches Anleihegeschäft abschließt, fiel kurzzeitig unter seinen Eröffnungskurs nach dem Börsengang von 150 US-Dollar. Anschließend drehte das Papier und stieg über die Marke von 160 US-Dollar.
KI-Rallye dreht sich um – Fed im Fokus
Als Hauptauslöser für den Ausverkauf gelten wachsende Sorgen über die hohen Ausgaben der KI-Unternehmen sowie die Aussicht auf drohende Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. In den vergangenen Tagen kehrte sich die zuvor starke Rallye im Bereich der künstlichen Intelligenz damit spürbar um. Investoren hinterfragen zunehmend, ob die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur langfristig rentabel sein werden.
Auch die sinkenden Ölpreise konnten den Aktienmarkt kaum stützen. Die Futures für die Sorte Brent fielen auf etwa 77 US-Dollar pro Barrel – ein Niveau, das zuletzt zu Beginn des US-israelischen Krieges mit dem Iran verzeichnet worden war. Bereits am Montag waren die Ölpreise gefallen, nachdem die USA langjährige Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe für zwei Monate ausgesetzt hatten. Dies wurde als Signal für Fortschritte in den Gesprächen zwischen Washington und Teheran gewertet.
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Zur AktienanalyseInternationale Märkte unter Druck
Die Schwäche beschränkte sich nicht auf die USA. Auch die Überseemärkte gaben nach, wobei der südkoreanische Kospi besonders stark betroffen war: Der Index brach um 10% ein, belastet durch Chiphersteller wie Samsung Electronics. Damit zeigt sich, dass die Nervosität rund um den globalen Technologie- und Halbleitersektor ein weltweites Phänomen ist.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da viele hiesige Depots über ETFs und Fonds stark in US-amerikanische Technologiewerte investiert sind. Ein anhaltender Rückgang bei Nasdaq-Schwergewichten wie Nvidia oder Intel wirkt sich direkt auf gängige Welt-ETFs und Technologiefonds aus. Die Kombination aus KI-Ausgabensorgen und Fed-Zinsrisiken dürfte die Märkte in den kommenden Tagen weiter beschäftigen.


