Kerosinpreise bleiben trotz Iran-Waffenruhe auf hohem Niveau
Der Konflikt mit dem Iran hat die globale Kerosinversorgung massiv gestört – eine Erholung könnte Monate dauern.

Der Krieg mit dem Iran hat seit mehr als einem Monat eine der weltweit wichtigsten Quellen für Flugtreibstoff abgeschnitten. Die Folge: In Ländern Asiens und Europas wird Kerosin knapp. Experten warnen, dass es Monate dauern könnte, bis sich die Bestände wieder auf ein normales Niveau erholen.
Die Verknappung trifft die gesamte Luftfahrtbranche rasch und dramatisch. Fluggesellschaften weltweit spüren den Druck steigender Treibstoffkosten, die einen der größten Kostenblöcke im Luftverkehr darstellen. Für deutsche und europäische Airlines, die ohnehin unter wirtschaftlichem Druck stehen, verschärft sich die Lage damit erheblich.
Das vorübergehende Abkommen von US-Präsident Trump mit dem Iran bot zwar eine gewisse Entlastung – jedoch nur in geringem Maße. Die Spotpreise für Kerosin in den USA fielen laut dem Argus US Jet Fuel Index zunächst auf 175 US-Dollar pro Barrel. Doch die Erleichterung war kurzlebig: Bereits am Donnerstag stiegen die Preise wieder um mehr als 2 Prozent.
Straße von Hormus bleibt faktisch blockiert
Der Kern des Problems liegt in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus. Der Iran hatte nach wiederholten Angriffen auf Handelstanker zugestimmt, die Meerenge wieder zu öffnen. Doch laut dem Tracking-Dienst Kpler hat bisher noch kein Schiff mit Kerosin an Bord die Straße von Hormus passiert. Die formale Einigung hat sich also noch nicht in tatsächliche Lieferströme übersetzt.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil des globalen Öl- und Treibstoffhandels – ihre Blockade oder Einschränkung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Energiemärkte weltweit. Für die Luftfahrtindustrie, die auf Kerosin als einzigen praktikablen Treibstoff angewiesen ist, gibt es kaum kurzfristige Alternativen.
Erholung der Bestände braucht Zeit
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Zur AktienanalyseSelbst wenn die Lieferungen aus der Region bald wieder aufgenommen werden, ist eine schnelle Normalisierung der Lage unwahrscheinlich. Der Aufbau von Kerosinbeständen ist ein langwieriger Prozess, der von der Produktion über den Transport bis zur Lagerung mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Analysten gehen davon aus, dass sich die Versorgungslage erst in einigen Monaten spürbar verbessern könnte.
Für Verbraucher und Unternehmen bedeutet dies, dass erhöhte Kerosinpreise vorerst Bestand haben dürften. Airlines könnten gezwungen sein, gestiegene Kosten über Treibstoffzuschläge an die Passagiere weiterzugeben. Die Entwicklung an den Kerosinmärkten bleibt damit ein zentraler Faktor für die wirtschaftliche Lage der globalen Luftfahrtbranche in den kommenden Wochen und Monaten.


