Kerosinaustritt auf US-Luftwaffenstützpunkt Andrews belastet Potomac-Zufluss
32.000 Gallonen Kerosin liefen aus – Abgeordnete aus Maryland fordern Antworten wegen verzögerter Informationsweitergabe der US-Luftwaffe.

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews im US-Bundesstaat Maryland ist ein massiver Treibstoffaustritt aufgetreten, der einen Nebenfluss des Potomac River kontaminiert hat. Rund 32.000 Gallonen Kerosin traten aus, davon gelangten etwa 22.000 Gallonen in die Umwelt und verunreinigten Böden sowie den nahegelegenen Piscataway Creek im Prince George's County. Der Vorfall sorgt nun für politischen Druck auf das US-Verteidigungsministerium.
Besonders brisant ist die verzögerte Kommunikation der Luftwaffe gegenüber den gewählten Volksvertretern. Die Kongressdelegation aus Maryland – mit Ausnahme des republikanischen Abgeordneten Andy Harris – wurde erst am 23. März über den Vorfall informiert, obwohl das Leck bereits zwei Monate zuvor aufgetreten war. Die Abgeordneten haben daraufhin in einem Brief an den Staatssekretär der Luftwaffe, Troy Meink, Antworten gefordert – bislang ohne Reaktion des Verteidigungsministeriums.
Mangelnde Transparenz verschärft die Kritik
Senator Chris Van Hollen, Demokrat aus Maryland, übte scharfe Kritik an der Informationspolitik der Luftwaffe. „Das Versäumnis, das Leck sofort einzudämmen, ist an sich schon inakzeptabel, aber der Mangel an Transparenz hat die Situation noch verschlimmert – dadurch wurde dem Umweltministerium von Maryland die Möglichkeit verwehrt, Eindämmungsmaßnahmen zu ergreifen, die den Schaden hätten begrenzen können", erklärte Van Hollen in einer Stellungnahme.
Laut den Abgeordneten gab die Joint Base Andrews das volle Ausmaß des Lecks erst am 8. April preis – mehr als zwei Wochen nachdem der Bundesstaat Maryland überhaupt über den Vorfall informiert worden war. Personal des Stützpunkts hatte am 23. März 2026 Treibstoffgeruch wahrgenommen und einen sichtbaren Ölfilm auf dem Piscataway Creek beobachtet. Der Stützpunkt teilte mit, dass seitdem Minderungsmaßnahmen ergriffen worden seien, um den Austritt einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Die Luftwaffe erklärte, der Staatssekretär werde den Abgeordneten direkt antworten. Zudem stimme sich der Stützpunkt eng mit den zuständigen Umweltbehörden ab, um alle angemessenen Schritte zum Schutz der umliegenden Wasserwege und Ökosysteme zu unternehmen.
Verteidigungsminister Hegseth soll aussagen
Politisch erhält der Vorfall zusätzliches Gewicht: Verteidigungsminister Pete Hegseth soll kommende Woche vor den Unterausschüssen für Mittelzuweisungen des Repräsentantenhauses und des Senats auf dem Capitol Hill aussagen. Die Abgeordneten erwarten, dass er dabei auch zu dem Treibstoffleck befragt wird.
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Zur AktienanalyseDas Kerosinleck reiht sich in eine Serie von Umweltvorfällen im Einzugsgebiet des Potomac River ein. Im Januar war eine große Abwasserleitung von DC Water in der Nähe des C&O-Kanals im Montgomery County, Maryland, geborsten und hatte den Fluss mit ungeklärten Abwässern verunreinigt. Die Umweltorganisation Potomac Conservancy warnte zudem, der Fluss sei durch den schnellen Ausbau von Rechenzentren im Großraum Washington D.C. zusätzlich gefährdet.
„Dies ist Teil eines umfassenderen Musters von Infrastrukturversagen und Verschmutzungsereignissen, die die Gesundheit des Potomac River weiterhin gefährden", erklärte die Umweltgruppe. Der Potomac River ist eine wichtige Wasserquelle für die Region und fließt an der US-Hauptstadt Washington D.C. vorbei – Umweltschäden in seinem Einzugsgebiet haben damit weitreichende Bedeutung für Millionen von Menschen.


