Kernenergie-Renaissance: Zwei Aktien mit enormem Wachstumspotenzial
NuScale Power und Oklo könnten von der globalen Kernenergie-Renaissance profitieren – doch beide Investments bergen erhebliche Risiken.

Die Kernenergie erlebt ein historisches Comeback. Nach Jahrzehnten der Stagnation rückt die Atomkraft wieder in den Fokus von Investoren – angetrieben durch den rasanten Aufstieg energieintensiver KI-Technologien. Die Bank of America sieht in dieser Renaissance eine investierbare Chance im Wert von 10 Billionen US-Dollar.
Von den 1960er-Jahren bis weit in die 1980er-Jahre wuchs die weltweite Kernenergie-Kapazität stetig. In den 1990er-Jahren erreichte die Erzeugungskapazität ein Plateau, das über Jahrzehnte anhielt. Während die Kernkraft im Jahr 1990 noch rund 17 bis 18 Prozent zur weltweiten Stromerzeugung beitrug, deckt sie heute weniger als 10 Prozent des globalen Strombedarfs.
„Die Kernenergie wurde in vielerlei Hinsicht angesichts der sprunghaft ansteigenden Stromnachfrage vor Kurzem wiederentdeckt", heißt es in einem aktuellen Bericht der Bank of America. Der entscheidende Treiber dahinter: KI-Rechenzentren verschlingen enorme Mengen an Strom, und das bestehende Stromnetz ist nicht darauf ausgelegt, diesen Bedarf zu decken. Experten erwarten, dass in den kommenden Jahren rund 7 Billionen US-Dollar in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen werden.
Warum Kernenergie die ideale Lösung für KI-Rechenzentren ist
Kernkraft bietet laut Bank of America entscheidende Vorteile gegenüber anderen Energiequellen: eine zuverlässige Grundlastfähigkeit, einen geringeren CO2-Fußabdruck und eine höhere Energierendite auf die Investition. Diese Eigenschaften machen sie besonders attraktiv für große Technologiekonzerne, die einerseits konstanten Strom für ihre Rechenzentren benötigen und andererseits Klimaversprechen einhalten müssen. Investitionen in fossile Brennstoffe kommen für viele dieser Unternehmen daher nicht infrage.
Für Anleger, die von dieser Entwicklung profitieren möchten, stehen zwei innovative Kernenergie-Aktien im Mittelpunkt: NuScale Power und Oklo. Beide Unternehmen konzentrieren sich auf sogenannte Small Modular Reactors (SMRs) – kleine modulare Reaktorsysteme, die schneller und kostengünstiger gebaut werden können als herkömmliche Großkraftwerke, weniger Platz benötigen und ein verbessertes Sicherheitsprofil aufweisen sollen.
NuScale Power: Hohes Potenzial, hohes Risiko
NuScale Power ist das einzige Unternehmen, das bislang von US-Regulierungsbehörden für den Bau eines SMR-Systems zugelassen wurde. Das Unternehmen verfügt über eine Projektpipeline, darunter ein 6-GW-Projekt im Osten der USA. Allerdings wurde bisher noch kein offizieller Spatenstich für ein Projekt gesetzt, und die meisten Vorhaben sollen frühestens 2030 fertiggestellt werden.
Mit einer Marktkapitalisierung von 3,2 Milliarden US-Dollar bietet NuScale erhebliches Aufwärtspotenzial. Gleichzeitig besteht ein signifikantes Finanzierungsrisiko: Die Investmentthese ist letztlich eine Wette darauf, dass die Projektpipeline schneller voranschreitet als die notwendige Verwässerung der Anteile, um das Unternehmen zu finanzieren. Hinzu kommt, dass SMR-Systeme trotz günstigerer Errichtungskosten pro Megawatt letztlich teurer sein könnten als konventionelle Kernkraftwerke.
Oklo: Sam Altman als prominenter Investor
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Zur AktienanalyseOklo verfolgt einen anderen Ansatz als NuScale: Statt Energieversorger zu beliefern, richtet sich das Unternehmen direkt an große Technologie- und Rechenzentrumsunternehmen. Bereits in der Pipeline befindet sich ein 1,2-MW-System, das von Meta Platforms bestellt wurde. Besonders bemerkenswert ist, dass OpenAI-CEO Sam Altman ein bedeutender Investor bei Oklo ist – eine Tatsache, die der Technologie und der Wachstumsvision des Unternehmens erhebliche Glaubwürdigkeit verleiht.
Mit einem Marktwert von 7,7 Milliarden US-Dollar verfügt Oklo über eine bessere kurzfristige Finanzierungsbasis als NuScale. Dennoch häufen sich auch hier die Verluste, und die zentrale Frage bleibt dieselbe: Wird die Umsetzung der Projektpipeline schneller voranschreiten als das Tempo der Anteilsverwässerung?
Sowohl NuScale als auch Oklo sind reine Wetten auf die Kernenergie-Renaissance – sogenannte Pure-Play-Aktien. Beide Investments sollten jedoch ausschließlich aggressiven Wachstumsanlegern vorbehalten bleiben, die bereit sind, erhöhte Volatilität in Kauf zu nehmen, um langfristig von einem potenziell enormen Aufwärtspotenzial zu profitieren.


