Kering verkauft Beauty-Sparte an L’Oréal
Luxuskonzern setzt auf Lizenzen, um Schulden zu senken und Kurs zu stabilisieren

Kering zieht sich aus dem Kosmetikgeschäft zurück und verkauft seine Beauty-Sparte für rund vier Milliarden Euro an L’Oréal. Der französische Luxuskonzern vollzieht damit unter seinem neuen Vorstandschef Luca de Meo eine deutliche Kursänderung. Ziel der Transaktion ist es, die finanzielle Lage zu stabilisieren, Schulden zu senken und die strategische Ausrichtung des Unternehmens neu zu justieren. Der Verkauf umfasst auch den Parfümhersteller House of Creed, den Kering erst vor zwei Jahren übernommen hatte.
Im Zuge der Vereinbarung werden Kering und L’Oréal künftig gemeinsam Parfüms und Kosmetikprodukte für Marken wie Gucci, Bottega Veneta und Balenciaga entwickeln, herstellen und vertreiben. Der Schritt bedeutet eine Abkehr von Kerings früherer Strategie, die Beauty-Sparte eigenständig auszubauen und im High-End-Parfümsegment stärker mit Konkurrenten wie Hermès und LVMH zu konkurrieren. Stattdessen setzt das Unternehmen nun auf Lizenzmodelle, die weniger Kapital binden und geringere operative Risiken bergen.
Nach Bekanntgabe des Deals stieg die Kering-Aktie im frühen Handel um bis zu 5,5 Prozent. Seit der Ernennung von Luca de Meo zum CEO im Juni hat sich der Kurs um 87 Prozent erhöht. Auch die Aktien von L’Oréal legten leicht zu. Analysten bewerten die Vereinbarung positiv und verweisen auf L’Oréals starke Position im Lizenzgeschäft mit Luxusparfüms. Die Pinault-Familie, die über 42 Prozent der Anteile und 59 Prozent der Stimmrechte hält, bleibt Mehrheitsaktionärin des Konzerns.
De Meo, der François-Henri Pinault an der Unternehmensspitze abgelöst hat, leitet damit seinen ersten großen strategischen Schritt ein. Er hat in den vergangenen Monaten die internen Strukturen überprüft, Standorte besucht und Gespräche mit den Teams geführt. Die finanzielle Entlastung steht dabei im Vordergrund: Ende des vergangenen Jahres war Kerings Nettoverschuldung um 24 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro gestiegen. Der neue Vorstandschef kündigte an, Schulden und Kosten senken zu wollen.
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Zur AktienanalyseL’Oréal erhält im Rahmen des Kaufs eine fünfzigjährige Lizenz für Parfümmarken des Kering-Portfolios. Die Lizenz für Gucci tritt in Kraft, sobald der bestehende Vertrag mit Coty Inc. endet. L’Oréal produziert bereits für Kerings Marke Yves Saint Laurent das Parfüm „Libre“. Beobachter sehen in der Vereinbarung ein Signal für eine kapitalärmere, margenträchtigere Ausrichtung Kerings – und für einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Expansionsstrategie im Beauty-Segment.


