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Kepler stuft Siemens hoch: Kursziel auf €280 angehoben

Kepler Cheuvreux sieht einen entscheidenden Wendepunkt für Siemens und hebt Prognosen deutlich über den Marktkonsens.

Kepler stuft Siemens hoch: Kursziel auf €280 angehoben

Das Brokerhaus Kepler Cheuvreux hat die Siemens AG am Freitag von „Reduce" auf „Hold" hochgestuft und das Kursziel von €255 auf €280 angehoben. Als Begründung nannte der Broker einen „entscheidenden Wendepunkt" für den deutschen Industriekonzern. Die Hochstufung erfolgt im Vorfeld der Quartalsergebnisse für das dritte Quartal, die am 6. August erwartet werden.

Die Siemens-Aktie schloss zuletzt bei €276,90, womit das neue Kursziel von €280 ein Aufwärtspotenzial von lediglich 1,1 % impliziert. Die Marktkapitalisierung des DAX-Schwergewichts beläuft sich auf €212,2 Milliarden Euro. Kepler Cheuvreux hob zudem seine Prognosen für den Zeitraum 2026 bis 2028 über den Marktkonsens an.

Positive Signale vor den Quartalszahlen

Im Vorfeld der Ergebnisse am 6. August erwartet Kepler Cheuvreux eine „positive operative Hebelwirkung" bei der Sparte Digital Industries sowie „steigende Volumina" bei Smart Infrastructure. Beides dürfte laut dem Broker ein Übertreffen der Gewinnprognosen gegenüber den bisherigen Erwartungen unterstützen. Darüber hinaus sieht der Broker Spielraum für Siemens, die Margenprognose anzuheben.

Kepler Cheuvreux begründet seinen optimistischeren Ausblick mit drei zentralen Argumenten: Das Abwärtsrisiko für die Prognosen zur Industrieautomatisierung erscheine „minimal", das De-Rating der industriellen Software-Assets sei „abgeschlossen" und die Entkonsolidierung von Siemens Healthineers „rücke schnell näher". Gleichzeitig räumt der Broker ein, dass ein „Großteil der potenziellen Neubewertung" bereits in den vergangenen zwölf Monaten stattgefunden habe und „Unsicherheit über das Tempo der zyklischen Erholung bestehen bleibt".

Neue Ära ab 2027 erwartet

Ab Anfang 2027 werde Siemens laut Kepler Cheuvreux in eine „neue Ära eintreten", die vollständig auf die Marktführerschaft in kritischen Märkten für Industriesoftware und -hardware ausgerichtet sei. Das Geschäftsportfolio sei auf ein hohes einstelliges Wachstum positioniert. Der Zeitraum 2027 bis 2030 solle eine „erhebliche Steigerung der operativen Rentabilität" für das Industriesoftwaregeschäft zeigen.

Nach „mehr als drei Jahren Investitionen in den Übergang zu einem vollständigen SaaS-Modell" stehe der Erfolg nun kurz davor, sichtbar zu werden. Zudem hob der Broker das „schnelle Auftragswachstum" bei Smart Infrastructure hervor, das den Auftragsbestand vergrößere und den Boden für ein „höher als erwartet ausfallendes Umsatzwachstum" in der Sparte Electrification bereite.

Prognosen deutlich über Konsens

Die konkreten Schätzungen von Kepler Cheuvreux für die kommenden Jahre liegen klar über dem Marktkonsens. Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert der Broker einen Umsatz von €83,19 Milliarden Euro, der 2027 auf €90,90 Milliarden Euro und 2028 auf €96,09 Milliarden Euro steigen soll.

Beim bereinigten EBITDA rechnet Kepler Cheuvreux für 2026 mit €15,24 Milliarden Euro, für 2027 mit €17,08 Milliarden Euro und für 2028 mit €19,08 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT wird auf €11,82 Milliarden Euro, €13,44 Milliarden Euro bzw. €15,23 Milliarden Euro geschätzt.

Besonders deutlich fällt der Unterschied beim bereinigten Ergebnis je Aktie aus. Kepler Cheuvreux erwartet für 2026 einen Wert von €12,21, für 2027 €14,21 und für 2028 €16,15 – gegenüber Konsensschätzungen von €10,90, €12,70 und €14,20. Der bereinigte Nettogewinn soll von €9,36 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf €10,74 Milliarden Euro (2027) und €12,20 Milliarden Euro (2028) steigen. Die Nettofinanzverschuldung soll im selben Zeitraum von €39,95 Milliarden Euro auf €35,88 Milliarden Euro und schließlich auf €30,34 Milliarden Euro sinken. Die prognostizierte Nettodividende beläuft sich auf €5,75 (2026), €6,30 (2027) und €6,75 (2028).

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