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Kepler-Analysten: Drei Investment-Chancen im 'Global Reset'

Analysten von Kepler Cheuvreux identifizieren drei zentrale Anlagethemen für 2026, die von Trumps aggressiver Außenpolitik profitieren könnten. Im Fokus: Venezuela-Öl, Verteidigungsausgaben und europäische Souveränität.

Kepler-Analysten: Drei Investment-Chancen im 'Global Reset'

Die Investmentbank Kepler Cheuvreux sieht das Jahr 2026 als Phase fundamentaler geopolitischer Verschiebungen. US-Präsident Donald Trump hat mit einer Serie aggressiver außenpolitischer Initiativen das Potenzial, "die Weltordnung auf den Kopf zu stellen", wie die Analysten Arnaud Girod und Philippe Ferreira in ihrer aktuellen Studie schreiben.

Vor den entscheidenden Zwischenwahlen im November zeigt sich Trump "omnipräsent" und "in voller Fahrt". Die Kepler-Experten haben drei konkrete Investmentthemen identifiziert, die von dieser Dynamik profitieren könnten.

Venezuela als neue Öl-Chance

Das erste Thema betrifft amerikanische Ölindustrieausrüster und Dienstleistungsunternehmen. Nach der Absetzung von Nicolas Maduro hat Trump Anspruch auf bis zu 50 Millionen Barrel venezolanisches Rohöl erhoben. Der Präsident drängt die Ölindustrie, die Kontrolle über die riesigen Ölreserven des lateinamerikanischen Landes zu unterstützen.

Ziel ist es, mehr Angebot auf den Markt zu bringen und die Energiekosten vor den Zwischenwahlen zu senken – ein wahrscheinlich zentrales Wahlkampfthema. Für die großen Ölkonzerne entsteht dabei ein "Zielkonflikt" zwischen niedrigeren Preisen und reichlicheren Reserven, was zu einer "gemischten" Prognose führt.

Verteidigungssektor auf Höhenflug

Das zweite Investment-Thema fokussiert auf den Verteidigungsbereich. Trumps Forderung nach der Übernahme Grönlands, geplante Erhöhungen der US-Militärausgaben und die anhaltende Bedrohung durch Russland befeuern diesen Sektor nachhaltig.

Obwohl eine mögliche Beilegung des Ukraine-Konflikts die Aktien Ende 2025 belastete, bleiben die Bedenken hinsichtlich künftiger Aktionen Moskaus bestehen. Der "globale Verteidigungskorb" von Kepler boomt und erreichte in den letzten Wochen neue Höchststände.

Top-Performer sind dabei Rocket Lab, Intuitive Machines, Planet Labs und AST SpaceMobile. Diese Unternehmen profitieren von der gestiegenen Nachfrage nach Verteidigungs- und Raumfahrttechnologie.

Europäische Souveränität im Fokus

Das dritte zentrale Thema ist die europäische Souveränität. "Unabhängig davon, ob die USA militärische Gewalt anwenden werden" für Grönland, verstärken solche Äußerungen das Souveränitäts-Thema in Europa erheblich.

Aufbauend auf dem Draghi-Bericht von 2024 plant die EU massive Investitionen in Schlüsselsektoren: künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Raumfahrttechnologie. Fünf strategische Bereiche stehen im Mittelpunkt: Verteidigung und Sicherheit, Netzwerke und Halbleiter, Pharmazeutika und medizinische Geräte, erneuerbare Energien und Kernenergie sowie Produktion und Recycling.

Die EU strebt zudem niedrige und stabile Energiepreise sowie reduzierte internationale Abhängigkeiten an. "Die aktuellen seismischen Verschiebungen in den globalen Angelegenheiten dürften die notwendigen Katalysatoren liefern, um die Souveränität Europas in den Vordergrund zu stellen", so die Kepler-Analysten.

Ausblick für Investoren

Für deutsche Anleger ergeben sich aus dieser Analyse konkrete Chancen in drei Bereichen: US-Öl-Dienstleister mit Venezuela-Exposure, internationale Verteidigungs- und Raumfahrtunternehmen sowie europäische Technologie- und Industriewerte mit Fokus auf strategische Autonomie.

Die Analysten erwarten, dass 2026 "alles andere als ruhig" wird. Die Zwischenwahlen im November dürften als zusätzlicher Katalysator für politische Initiativen wirken, die diese drei Investment-Themen weiter befeuern könnten.

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