Ken Griffin warnt: US-Dollar verliert an Attraktivität bei Investoren
Citadel-Gründer sieht Zollpolitik und Regierungsrhetorik als Belastung für die amerikanische Währung

Der milliardenschwere Hedgefonds-Manager Ken Griffin sieht den US-Dollar in einer schwierigen Phase. Der Gründer und CEO von Citadel äußerte sich am Dienstag auf der Investorenkonferenz "WSJ Invest Live" in West Palm Beach kritisch zur jüngsten Entwicklung der amerikanischen Währung. In den vergangenen zwölf Monaten habe der Dollar bei Anlegern merklich an Attraktivität verloren.
Die US-Währung durchlebt turbulente Zeiten und fiel erst vergangene Woche auf ein Vierjahrestief. Anleger zeigen sich besorgt über die volatile Fiskalpolitik der Trump-Administration und erwarten weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve. Griffin machte insbesondere die Zollpolitik und die Rhetorik der aktuellen Regierung für den Vertrauensverlust verantwortlich.
Trotz der Schwächephase betonte der Citadel-Chef, dass die Vereinigten Staaten weiterhin "einer der großen sicheren Häfen der Welt" blieben. Die geopolitische Stärke Amerikas komme dem Land in vielerlei Hinsicht zugute. Der Dollar habe zwar etwas von seinem Glanz verloren, die fundamentale Position der USA bleibe jedoch stark.
Forderung nach Haushaltsdisziplin
In dem ausführlichen Interview forderte Griffin eine deutliche Steigerung der Haushaltsdisziplin. Besonders dringlich sei die Rückzahlung von Staatsschulden, die während der Corona-Pandemie aufgenommen wurden. Die USA müssten ihre Finanzen wieder auf eine solidere Basis stellen.
Zum amerikanischen Arbeitsmarkt äußerte sich Griffin verhalten optimistisch. Die Bedingungen seien "einigermaßen robust", auch wenn sich das Horten von Mitarbeitern, das nach Covid-19 einsetzte, allmählich auflöse. Die Diskussion um Künstliche Intelligenz als Jobkiller relativierte er: Unternehmen sähen noch keine Produktivitätsgewinne durch KI, die umfangreiche Entlassungen rechtfertigen würden.
Lob für Fed-Nominierung, Kritik an Trump-Geschäften
Positiv bewertete Griffin die Nominierung von Kevin Warsh als künftigen Fed-Vorsitzenden. Die Wahl sei "eine starke Bekräftigung dafür, dass die Fed die notwendige Unabhängigkeit bei politischen Entscheidungen bewahren wird". Das Auswahlverfahren von Präsident Trump verdiene Anerkennung.
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Zur AktienanalyseDeutlich kritischer fiel sein Urteil über private Geschäftsabschlüsse der Trump-Familie während der Amtszeit aus. "Man möchte glauben, dass diejenigen, die dem öffentlichen Interesse dienen, das öffentliche Interesse bei allem, was sie tun, im Herzen tragen", sagte Griffin mit Blick auf ausländische Investitionen in Krypto-Unternehmungen der Trumps. Die Regierung habe "definitiv Fehltritte begangen", indem sie Wege gewählt habe, die für Regierungsfamilien "sehr, sehr bereichernd" gewesen seien.
Skeptisch zeigte sich der Investor gegenüber einer aktiveren Rolle des Staates in der Wirtschaft. Amerika verfüge über eine "unglaubliche Risikokapital-Community" - staatliche Beteiligungen an Unternehmen seien daher nicht nötig. Zudem bestehe das Risiko, dass sich CEOs "gewissermaßen einer Regierung nach der anderen einschmeicheln müssten".
Abschließend ließ Griffin durchblicken, dass er selbst eine politische Karriere nicht ausschließt. "Ich möchte glauben, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt in meinem Leben im öffentlichen Dienst tätig sein werde", sagte der Milliardär, der bereits heute beide Parteien in politischen Fragen berät.


