Katherina Reiche wird neue Wirtschaftsministerin
Merz-Vertraute mit Erfahrung in Politik, Energiebranche und Wasserstoffstrategie

Friedrich Merz hat Katherina Reiche zur neuen Bundeswirtschaftsministerin berufen. Die Entscheidung fiel, während in Berlin noch über andere Namen spekuliert wurde. Merz kennt Reiche bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit im Bundestag. Die promovierte Chemikerin stammt aus Brandenburg und war 1998 als jüngste CDU-Abgeordnete in das Parlament eingezogen. Sie gehörte dem konservativen Flügel der Partei an und engagierte sich früh in der Klima-, Umwelt- und Energiepolitik. Innerhalb weniger Jahre stieg sie zur stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion auf.
2002 wurde Reiche vom damaligen Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber in dessen Kompetenzteam geholt, was parteiintern Diskussionen auslöste. Trotz Kritik wurde sie 2009 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium und wechselte 2013 in gleicher Funktion ins Verkehrsministerium. 2015 verließ sie den Bundestag und übernahm die Hauptgeschäftsführung beim Verband kommunaler Unternehmen, der die Interessen von rund 1500 Stadtwerken in Deutschland vertritt. Dort konnte sie ihre politischen Erfahrungen auf kommunaler und Bundesebene einbringen.
Vier Jahre später wechselte Reiche in die Führungsebene der Energiewirtschaft und wurde Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, einer Tochtergesellschaft von E.On mit rund 11.000 Beschäftigten. Während ihrer Amtszeit verdoppelte sich der Umsatz des Unternehmens auf 8,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig übernahm sie ehrenamtlich den Vorsitz des Nationalen Wasserstoffrats der Bundesregierung und wirkte an der Strategie zur Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft mit.
Ihre Berufung zur Ministerin wurde von führenden Wirtschaftsvertretern positiv aufgenommen. Der frühere BDI-Präsident Siegfried Rußwurm lobte ihre Innovationskraft, und auch Stimmen aus der Energiebranche betonten ihre messbaren Erfolge. Kritik kam hingegen aus Umweltkreisen, wo bereits ihr Wechsel von der Politik in die Wirtschaft 2015 auf Skepsis gestoßen war. Als Ministerin soll Reiche nun das verkleinerte Bundeswirtschaftsministerium neu ausrichten. Themen wie Strompreise, Netzausbau, Emissionshandel und CCS-Technologien werden dabei eine zentrale Rolle spielen.
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Zur AktienanalyseReiche gilt als Befürworterin ordnungspolitischer Ansätze und dürfte in enger Abstimmung mit Friedrich Merz arbeiten, der die Energiepolitik in den Mittelpunkt seiner Industriepolitik rückt. In ihrer neuen Rolle steht ihr zudem ein erfahrener Gesprächspartner zur Seite: Reiche ist mit dem früheren Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg liiert.


