Katar will LNG-Produktion nach Hormus-Öffnung rasch hochfahren
Nach Wiedereröffnung der Straße von Hormus plant QatarEnergy, innerhalb von zwei Monaten rund 80 Prozent der Exportkapazität zu erreichen.

Katar bereitet sich auf eine zügige Wiederaufnahme seiner Flüssigerdgas-Produktion vor, sobald die Straße von Hormus wieder sicher befahrbar ist. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der staatliche Energiekonzern QatarEnergy hat demnach bereits Abnehmer über die geplanten Produktionsstufen informiert.
Konkret soll die LNG-Produktion etwa einen Monat nach Wiederherstellung der sicheren Durchfahrt auf rund 50 Prozent der Kapazität gesteigert werden. Innerhalb von zwei Monaten peilt Katar ein Niveau von rund 80 Prozent an. Die Informanten baten um Anonymität, da sie nicht befugt sind, gegenüber den Medien Stellung zu nehmen.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch diese Meerenge zwischen dem Oman und dem Iran wird ein erheblicher Teil des global gehandelten Erdöls und Flüssigerdgases transportiert. Eine Unterbrechung der Durchfahrt hat daher unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und insbesondere auf europäische Importeure.
Katar zählt zu den weltweit größten LNG-Exporteuren. QatarEnergy betreibt die umfangreichen Verflüssigungsanlagen des Landes und beliefert Abnehmer in Europa, Asien und darüber hinaus. Für Deutschland und andere europäische Länder, die ihren Gasbedarf zunehmend über LNG-Importe decken, ist die katarische Exportkapazität von erheblicher Bedeutung.
Stufenweiser Wiederanlauf geplant
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer geplante Wiederanlauf in zwei Stufen – zunächst 50 Prozent nach einem Monat, dann 80 Prozent nach zwei Monaten – deutet auf einen kontrollierten und sorgfältig gesteuerten Hochfahrprozess hin. LNG-Produktionsanlagen erfordern nach längeren Betriebsunterbrechungen eine schrittweise Wiederinbetriebnahme, um technische Risiken zu minimieren.
Die Ankündigung Katars dürfte die Energiemärkte beruhigen, da sie konkrete Zeitrahmen für die Wiederherstellung der Lieferkapazitäten liefert. Für europäische Gasimporteure und Versorger bedeutet dies eine wichtige Planungsgrundlage in einem nach wie vor angespannten Marktumfeld.


