Kasachstans Tengiz-Ölfeld: Produktion erst bei 46% - Experten zweifeln an schneller Erholung
Nach einem Generatorbrand am 18. Januar kämpft das weltgrößte Ölfeld Tengiz mit massiven Produktionsausfällen. Bis zum 7. Februar soll die Förderung nur 46% des Normalbetriebs erreichen – mit ungewisser Prognose für die kommenden Wochen.

Das kasachische Tengiz-Ölfeld, eines der größten weltweit, wird nach einem schweren Stromausfall deutlich länger ausfallen als zunächst angenommen. Laut Insiderinformationen soll die Förderung bis zum 7. Februar lediglich 57.000 metrische Tonnen pro Tag erreichen – nur 46% der üblichen Produktionsmenge. Die vollständige Erholung bleibt weiterhin unklar.
Chevron-Konsortium kämpft mit technischen Herausforderungen
Der Betreiber Tengizchevroil (TCO), ein von Chevron geführtes Konsortium, musste die Produktion in den Feldern Tengiz und Korolev am 18. Januar komplett einstellen. Ein Brand an einem Generator hatte einen flächendeckenden Stromausfall ausgelöst. Die genaue Brandursache ist nach wie vor ungeklärt.
Bis zum 5. Februar soll die Tagesproduktion zunächst nur 33.000 metrische Tonnen erreichen – gerade einmal 260.000 Barrel pro Tag oder 26% der Normalkapazität. Eine anonyme Quelle, die mit den Vorgängen vertraut ist, betonte: "Die Wiederherstellung der normalen Produktion wird nicht einfach sein – das Tempo der Erholung ist schwer einzuschätzen."
Kasachstans Ölexporte unter Druck
Der Ausfall trifft Kasachstan zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die wichtigste Exportroute des Landes, das Kaspische Pipeline-Konsortium (CPC), war in den vergangenen Monaten bereits nach einem Angriff ukrainischer Marinedrohnen eingeschränkt. Über die CPC-Pipeline laufen 80% der kasachischen Ölexporte.
JPMorgan schätzt, dass die kasachische Rohölproduktion im Januar durchschnittlich nur zwischen 1,0 und 1,1 Millionen Barrel pro Tag liegt – verglichen mit den üblichen 1,8 Millionen bpd. Das entspricht einem Rückgang von über 40%.
ExxonMobil unter Druck der Regierung
Die kasachische Regierung erhöht den Druck auf die beteiligten Konzerne. Premierminister Olzhas Bektenov traf sich am Montag mit Peter Larden, Vizepräsident von ExxonMobil, und forderte das US-Unternehmen auf, die Arbeiten zur Bewältigung des Ausfalls zu beschleunigen und künftige Vorfälle zu verhindern.
An dem TCO-Konsortium hält Chevron 50%, ExxonMobil 25%, das kasachische Staatsunternehmen KazMunayGaz 20% und Russlands Lukoil 5%. Die Force Majeure für Rohöllieferungen der Sorte CPC Blend bleibt weiterhin bestehen.
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Zur AktienanalyseTechnische Komplexität verzögert Wiederanlauf
Chevron stuft Tengiz als das tiefstgelegene fördernde Superriesen-Ölfeld der Welt ein. Die Ölgewinnung dort gilt als technisch äußerst anspruchsvoll, was die Wiederinbetriebnahme zusätzlich erschwert.
Eine dritte Quelle aus dem Umfeld des Konsortiums äußerte vorsichtigen Optimismus: Die Tengiz-Förderung könnte Mitte Februar möglicherweise 670.000 bpd erreichen – nahe den Herbst-Förderniveaus, aber deutlich unter den 900.000 bpd vom Anfang 2025. "Tengiz wird seinen Exportplan kaum aufholen können", so die Einschätzung.


