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Karsten Wildberger wird Digitalminister der CDU-Regierung

Wirtschaftsmanager ohne Verwaltungserfahrung soll Staatsmodernisierung und Digitalisierung vorantreiben

 Karsten Wildberger wird Digitalminister der CDU-Regierung

Karsten Wildberger wird Deutschlands erster Digitalminister. Der 56-jährige Manager war bislang Vorstandschef der Ceconomy AG, Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn. Sein Wechsel in die Politik gilt als Überraschungscoup von CDU-Chef Friedrich Merz, der die neue Position bewusst mit einem Vertreter aus der Wirtschaft besetzen wollte. Wildberger ist parteilos und bringt keine klassische Verwaltungserfahrung mit, gilt jedoch als führungserprobt und technikaffin. Merz betonte bei der Vorstellung des Managers auf dem kleinen CDU-Parteitag die Dringlichkeit von Digitalisierung und Staatsmodernisierung.

Wildbergers bisheriger Karriereweg ist geprägt von Führungspositionen in internationalen Unternehmen. Nach einem Studium und einer Promotion in Physik begann er seine Laufbahn bei der Boston Consulting Group. Es folgten Stationen bei T-Mobile, Vodafone und dem australischen Telstra. Von 2016 bis 2021 war er Vorstandsmitglied bei E.On und dort für digitale Transformation zuständig. Seit 2021 leitete er Ceconomy, wo er sowohl Sparmaßnahmen umsetzte als auch neue digitale Projekte auf den Weg brachte.

Während seiner Zeit bei Ceconomy etablierte Wildberger unter anderem den Online-Marktplatz von MediaMarkt Saturn, der mittlerweile in sechs Ländern aktiv ist. Auch das Geschäftsfeld Retail Media wurde unter seiner Führung stark ausgebaut. Kritische Stimmen aus dem Unternehmen sehen die Digitalstrategie dennoch als unausgereift. Es wird von internen Widerständen und einem schwerfälligen Konzerngefüge berichtet, das Reformen erschwert habe.

Wildberger selbst sieht sich gut vorbereitet für die neue Aufgabe. Er hebt seine Fähigkeit hervor, Teams hinter strategische Ziele zu versammeln, und setzt auf einen zurückhaltenden, aber wirkungsvollen Führungsstil. In Interviews betont er, dass Führung geliehene Verantwortung sei und dass Deutschland mehr Potenzial habe, als aktuell genutzt werde. Sein Ziel sei es, der Innovationsskepsis entgegenzuwirken.

In der Telekommunikationsbranche wird sein Wechsel gemischt aufgenommen. Während manche seinen Weggang bei Ceconomy bedauern, sehen andere in ihm einen Ansprechpartner mit Praxiserfahrung. Dienstanbieter wie Freenet könnten von einem Digitalminister profitieren, der ihre Anliegen kennt. Aktuell wird geprüft, ob zentrale Abteilungen der Bundesnetzagentur in das neue Ministerium integriert werden. Wildberger dürfte damit schnell mit entscheidenden Weichenstellungen befasst sein.

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