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Kardiologe verrät: Diese 5 Dinge meidet er vor 9 Uhr

Nach 20 Jahren Herzinfarkt-Behandlung kennt Dr. Sanjay Bhojraj die gefährlichsten Morgengewohnheiten für das Herz genau.

Kardiologe verrät: Diese 5 Dinge meidet er vor 9 Uhr

Ein erfahrener Kardiologe warnt: Die Morgenstunden sind für das Herz die gefährlichste Zeit des Tages. Dr. Sanjay Bhojraj, interventioneller Kardiologe und Gründer des Laguna Institute of Functional Medicine, erklärt nach mehr als 20 Jahren klinischer Erfahrung, welche fünf Gewohnheiten er selbst konsequent vor 9 Uhr meidet – und warum das für jeden relevant ist.

Der Hintergrund ist physiologisch gut belegt: In den frühen Morgenstunden durchläuft das Herz einen täglichen Aufwachzyklus. Der Kortisolspiegel steigt, der Blutdruck nimmt zu und die Herzfrequenzvariabilität sinkt, während der Körper vom Ruhe- in den Aktivitätsmodus wechselt. Studien zeigen, dass kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte und plötzlicher Herztod in den ersten Stunden nach dem Aufwachen ihren Höhepunkt erreichen. Was man in dieser Phase isst, trinkt und emotional an sich heranlässt, ist daher wichtiger als die meisten Menschen annehmen.

Die fünf Dinge, die der Kardiologe morgens meidet

An erster Stelle steht stark gesüßter Kaffee. Ein großer Latte mit Aromasirup kann laut Bhojraj 30 bis 50 Gramm Zucker enthalten – noch bevor eine richtige Mahlzeit gegessen wurde. Dieser schnelle Glukoseschub treibt den Insulinspiegel in die Höhe und kann langfristig zu metabolischem Stress beitragen. Zudem hält die Sättigung kaum an.

Ebenfalls auf seiner Vermeidungsliste: Gebäck als einzige Mahlzeit. Croissants, Muffins und dänisches Gebäck bestehen im Wesentlichen aus raffinierten Kohlenhydraten und gesättigten Fetten, ohne nennenswerte Ballaststoffe oder Proteine. Das Ergebnis ist ein schneller Blutzuckeranstieg gefolgt von einem ebenso schnellen Absturz – eine Volatilität, die das Herz am frühen Morgen nicht braucht.

Verarbeitetes Fleisch zum Frühstück ist der dritte Punkt. Speck, Würstchen und Schinken sind oft reich an Natrium und gesättigten Fettsäuren. Viele dieser Produkte enthalten zudem Konservierungsstoffe wie Nitrate, die bei regelmäßigem Verzehr mit kardiovaskulären Risiken in Verbindung gebracht werden. Gelegentlicher Genuss sei in Ordnung, so Bhojraj – problematisch werde es beim täglichen Konsum.

Energydrinks und das unterschätzte Nüchtern-Fasten

Energydrinks bezeichnet der Kardiologe als nicht verhandelbar. Diese Getränke sind oft vollgepackt mit Koffein, Zucker und weiteren Aufputschmitteln, die das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten. Sie können Herzfrequenz und Blutdruck erhöhen und bei manchen Menschen Arrhythmien auslösen – besonders direkt nach dem Aufwachen, wenn der Körper ohnehin auf Hochtouren hochfährt.

Der fünfte Punkt ist differenzierter: nichts essen, kombiniert mit Stress und Koffein. Bewusstes Fasten mit ausreichend Flüssigkeit, leichter Bewegung und einem ruhigen Tagesbeginn sei eine Sache. Doch viele Menschen fasten nicht wirklich – sie stehen schlicht unter Adrenalin, trinken Kaffee auf nüchternen Magen, hetzen durch E-Mails und nehmen Medikamente ohne Nahrung ein. Bis 10 Uhr ist das Nervensystem dann bereits überreizt und der Blutzuckerspiegel schwankt dramatisch.

Was der Arzt selbst morgens isst

Bhojraj setzt auf Einfachheit und Beständigkeit. Sein Fokus liegt auf Protein, Ballaststoffen und Hydrierung. Typische Frühstücksoptionen sind bei ihm Eier mit Obst, Hüttenkäse mit Beeren und Walnüssen, griechischer Joghurt oder Haferflocken mit Chiasamen. Außerdem trinkt er Wasser vor dem Kaffee, um zu vermeiden, dass Koffein das erste Signal für seinen Körper ist.

Der Kardiologe betont zudem den Einfluss des Nervensystems auf die kardiovaskuläre Gesundheit – ein Aspekt, den viele unterschätzen. Selbst fünf Minuten langsameres Atmen, ein Moment im Sonnenlicht, Dehnen oder ein kurzer Spaziergang können dem Körper helfen, sanfter in den Tag zu starten. Ein hektischer, chaotischer Morgen verändere die Physiologie messbar – das ist seine Botschaft an alle Patienten.

Dr. Sanjay Bhojraj ist zertifizierter interventioneller Kardiologe und Arzt für funktionelle Medizin sowie nationaler Ausbilder für das Institute for Functional Medicine. Er empfiehlt, vor drastischen Änderungen der Ernährung oder Routine stets den eigenen Arzt zu konsultieren.

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