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Kanadischer Dollar unter Druck: Inflation sinkt auf 2,3 Prozent

Loonie gibt nach – Schwache Inflationsdaten befeuern Spekulationen über weitere Zinssenkungen der Bank of Canada

Kanadischer Dollar unter Druck: Inflation sinkt auf 2,3 Prozent

Der Kanadische Dollar hat am Dienstag deutlich an Wert verloren und fiel auf den tiefsten Stand seit elf Tagen. Die Währung notierte 0,2 Prozent schwächer bei 1,3655 CAD pro US-Dollar, nachdem sie im Tagesverlauf bei 1,3692 das Tagestief erreicht hatte. Auslöser der Schwäche waren überraschend niedrige Inflationsdaten aus Kanada.

Kanadas jährliche Inflationsrate verlangsamte sich im Januar auf 2,3 Prozent, nachdem sie im Dezember noch bei 2,4 Prozent gelegen hatte. Analysten hatten mit einer unveränderten Rate von 2,4 Prozent gerechnet. Besonders stark gefallene Benzinpreise dämpften die Teuerung, während Lebensmittel und Bekleidung teurer wurden.

Zinssenkungen wieder im Fokus

Die schwächeren Inflationsdaten haben die Erwartungen an weitere Zinssenkungen durch die Bank of Canada (BoC) neu entfacht. Investoren sehen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von etwa 35 Prozent für eine Lockerung der Geldpolitik in diesem Jahr. Die Zentralbank hatte ihren Leitzins seit Oktober bei 2,25 Prozent belassen. Noch Anfang Februar war der Markt mehrheitlich von einer Zinserhöhung als nächstem Schritt ausgegangen.

Douglas Porter, Chefökonom bei BMO Capital Markets, sieht die Situation differenziert: "Die Bank hat unmissverständlich klargestellt, dass die Hürde für erneute Zinssenkungen recht hoch liegt." Allerdings könnte die BoC bei weiterer Abschwächung der Inflation die Wirtschaft stützen, falls das Wachstum unter Druck gerät.

Starker US-Dollar belastet zusätzlich

Zusätzlichen Gegenwind erhielt der Loonie durch einen erstarkenden US-Dollar, der gegenüber einem Korb wichtiger Währungen zulegte. Sorgen rund um Künstliche Intelligenz dämpften die Risikobereitschaft der Anleger und stärkten den als sicheren Hafen geltenden Greenback.

Der Ölpreis, eines der wichtigsten kanadischen Exportgüter, fiel um 1,3 Prozent auf 62,11 US-Dollar pro Barrel. Die nachlassenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran verringerten die Risikoprämie am Energiemarkt. Am kanadischen Anleihemarkt sanken die Renditen bei einer flacheren Zinskurve. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe gab um 3,6 Basispunkte auf 3,223 Prozent nach und erreichte zwischenzeitlich mit 3,204 Prozent den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember.

Strategische Neuausrichtung

Parallel zu den wirtschaftlichen Entwicklungen kündigte Kanada in einem Verteidigungsstrategiepapier an, seine Abhängigkeit von der US-Rüstungsindustrie verringern zu wollen. Die Regierung plant, deutlich mehr Waffen bei heimischen Unternehmen zu beschaffen – eine strategische Neuausrichtung mit potenziell langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen.

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