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Kanadischer Dollar fällt auf 14-Monats-Tief nach Fed-Signal

Die Fed signalisiert aggressivere Zinspolitik – der Loonie rutscht auf den schwächsten Stand seit April 2025.

Kanadischer Dollar fällt auf 14-Monats-Tief nach Fed-Signal

Der kanadische Dollar hat am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar den niedrigsten Stand seit 14 Monaten erreicht. Auslöser war ein Signal der US-Notenbank Federal Reserve, die Zinsen aggressiver als erwartet anzuheben. Der sogenannte „Loonie" notierte 0,3 Prozent schwächer bei 1,4135 kanadischen Dollar je US-Dollar, was einem Gegenwert von 70,75 US-Cent entspricht. Im Tagesverlauf markierte die Währung bei 1,4146 ihren schwächsten Stand seit April 2025.

Die Schwäche des kanadischen Dollars ist dabei kein Einzelphänomen. Der US-Dollar baute seine Gewinne vom Vortag gegenüber einem Korb wichtiger Währungen weiter aus, da Marktteilnehmer verstärkt auf Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr setzten. „Jede wichtige Währung verliert gegenüber dem Greenback an Boden, da die Händler inländische Entwicklungen ignorieren und sich an den Zinsdifferenzen orientieren", erklärte Karl Schamotta, Chef-Marktstratege bei Corpay, in einem Kommentar.

Wachsende Zinsdifferenz belastet den Loonie

Besonders ins Gewicht fällt die zunehmende Renditedifferenz zwischen US-amerikanischen und kanadischen Staatsanleihen. Die Rendite zweijähriger kanadischer Staatsanleihen sank um weitere 3,1 Basispunkte unter den entsprechenden US-Zinssatz – die Differenz beträgt nun 137 Basispunkte. Dies markiert den größten Spread seit Mai 2025 und macht den US-Dollar für Anleger im Vergleich deutlich attraktiver.

Für Devisenmärkte sind solche Zinsdifferenzen ein zentraler Treiber: Höhere Renditen in den USA locken Kapital aus anderen Währungsräumen ab, was den Dollar stärkt und Währungen wie den kanadischen Dollar unter Druck setzt. Je größer die Lücke zwischen den Leitzinsen und Anleiherenditen, desto stärker ist dieser Effekt in der Regel.

Ölpreise und Handelsstreit verschärfen die Lage

Neben der Zinspolitik belasteten auch sinkende Ölpreise den kanadischen Dollar. Öl ist eines der wichtigsten Exportgüter Kanadas, weshalb fallende Notierungen die Einnahmen des Landes und damit die Währung direkt schwächen. Die Ölpreise fielen auf den niedrigsten Stand seit der Zeit vor Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Ein Interimsabkommen zur Beendigung der Kämpfe, zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Lockerung der Sanktionen gegen Teheran verbesserte die globalen Angebotsaussichten und drückte damit auf die Preise.

Zusätzlichen Druck erzeugte die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Dieser erklärte am Mittwoch, die Vereinigten Staaten würden ohne das Handelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada (USMCA) besser dastehen. Er fügte hinzu, er würde es vorziehen, kein neues Abkommen zu schließen, zeigte sich jedoch grundsätzlich offen dafür. Diese Aussagen schürten Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Nachbarländern und belasteten den Loonie zusätzlich.

Für Anleger und Beobachter bleibt die Kombination aus Fed-Zinserwartungen, schwachen Ölpreisen und handelspolitischer Unsicherheit ein schwieriges Umfeld für den kanadischen Dollar. Solange die Zinsdifferenz zwischen den USA und Kanada auf diesem Niveau verbleibt oder sich weiter ausweitet, dürfte der Druck auf den Loonie anhalten.

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