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Kanadische Inflation steigt im April auf 2,8 Prozent

Kanadas Verbraucherpreise stiegen im April stärker als zuletzt, blieben aber deutlich unter den Ökonomenprognosen von 3,1 Prozent.

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Kanadische Inflation steigt im April auf 2,8 Prozent

Kanadas jährliche Inflationsrate hat sich im April auf 2,8 Prozent beschleunigt – das schnellste Tempo seit Mai 2024. Dennoch verfehlte der Wert die Erwartungen der von Bloomberg befragten Ökonomen, die mit einem Anstieg von 3,1 Prozent gerechnet hatten. Dies geht aus aktuellen Daten von Statistics Canada hervor.

Haupttreiber der Beschleunigung waren höhere Energiepreise, insbesondere beim Benzin. Die Benzinpreise kletterten im April im Jahresvergleich um 28,6 Prozent – nach einem deutlich moderateren Anstieg von lediglich 5,9 Prozent im März. Dieser sprunghafte Anstieg erklärt sich durch mehrere Faktoren gleichzeitig.

Energiepreise als zentraler Inflationstreiber

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten sorgten weiterhin für Unruhe an den globalen Energiemärkten. Zusätzlich belastete die saisonale Umstellung auf teurere Sommerkraftstoffmischungen die Benzinpreise. Ein weiterer wesentlicher Faktor war ein statistischer Basiseffekt: Die Abschaffung der CO2-Abgabe für Verbraucher im April 2025 senkte die Vergleichsbasis des Vorjahres, was den jährlichen Zuwachs optisch verstärkte.

Auch andere Energieträger verteuerten sich erheblich. Heizöl und andere Brennstoffe stiegen aufgrund steigender Weltölpreise um 41,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Erdgaspreise hingegen verzeichneten im April lediglich einen Rückgang von 2,4 Prozent im Jahresvergleich – nach einem deutlich stärkeren Minus von 18,1 Prozent im März.

Kerninflation zeigt Abkühlung

Bereinigt man die Daten um den volatilen Kraftstoffsektor, ergibt sich ein deutlich beruhigenderes Bild. Ohne Benzin stieg der Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich nur um 2,0 Prozent – nach 2,2 Prozent im März. Der zugrunde liegende Preisdruck in der kanadischen Wirtschaft schwächte sich damit tatsächlich ab.

Eine spürbare Verlangsamung bei den Wohnkosten und Reiseausgaben trug dazu bei, den Gesamtanstieg zu begrenzen. Die landesweiten Mietpreise stiegen im April im Jahresvergleich um 3,6 Prozent, nach noch 4,2 Prozent im März. Die Preise für Pauschalreisen brachen auf Jahressicht sogar um 11,0 Prozent ein.

Regionale Unterschiede: British Columbia als Ausnahme

Die Verbraucherpreise zogen fast im gesamten Land an. In neun von zehn kanadischen Provinzen beschleunigte sich die Inflation im Jahresvergleich. Einzige Ausnahme bildete British Columbia, wo die Inflationsrate stabil bei 2,5 Prozent verharrte. Als Grund nennen die Statistiker das vierte Quartal in Folge mit einem Bevölkerungsrückgang in der Provinz, der das lokale Mietwachstum dämpfte.

Für Anleger und Beobachter der Bank of Canada sind die Daten gemischt zu interpretieren. Einerseits liegt die Gesamtinflation mit 2,8 Prozent wieder näher an der oberen Grenze des Zielkorridors von 1 bis 3 Prozent. Andererseits signalisiert die Kerninflation ohne Benzin eine fortgesetzte Abkühlung des Preisdrucks – was der Zentralbank geldpolitischen Spielraum lassen könnte.

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