Kanadas gescheiterte Pipeline-Projekte
Drei große Ölprojekte wurden aufgrund politischer und ökologischer Widerstände gestoppt

In den letzten zehn Jahren wurden in Kanada mehrere bedeutende Öl-Pipeline-Projekte vorgeschlagen, von denen jedoch nur das Erweiterungsprojekt der Trans Mountain-Pipeline umgesetzt wurde. Drei andere große Projekte wurden aufgrund von regulatorischen Problemen, Widerstand von Umweltgruppen und Bedenken der Bevölkerung nicht realisiert.
Eines dieser gescheiterten Projekte war Energy East, ein Vorhaben im Wert von 15,7 Milliarden kanadischen Dollar (11 Milliarden US-Dollar), das Öl von Alberta in die Atlantikprovinz New Brunswick transportieren sollte. Das Projekt wurde 2017 von TC Energy aufgrund von regulatorischen Hürden und dem Widerstand von Umweltgruppen, insbesondere aus Quebec, eingestellt.
Ein weiteres gescheitertes Projekt war Northern Gateway, das 2006 von Enbridge vorgeschlagen wurde. Die Pipeline sollte Öl von Alberta an die nordwestliche Küste von British Columbia transportieren. Das 7,9 Milliarden kanadische Dollar (5,5 Milliarden US-Dollar) teure Projekt stieß auf Widerstand von lokalen und indigenen Gemeinschaften, die die Gefahr eines marinen Ölunfalls fürchteten. Die kanadische Regierung unter Premierminister Justin Trudeau hob 2016 die Genehmigungen für das Projekt auf, was zu dessen endgültiger Einstellung führte.
Das Keystone XL-Projekt von TC Energy, das Öl aus den Ölsanden Nord-Albertas nach Cushing, Oklahoma, und weiter zu Raffinerien an der Golfküste der USA transportieren sollte, war ebenfalls von vielen politischen und rechtlichen Auseinandersetzungen geprägt. Ursprünglich von der Regierung von Präsident Barack Obama aus Umweltgründen abgelehnt, wurde das Projekt unter Präsident Donald Trump wiederbelebt. Doch bereits zu Beginn der Amtszeit von Präsident Joe Biden wurde die Genehmigung für die Pipeline wieder widerrufen. TC Energy versuchte, mehr als 15 Milliarden US-Dollar von der US-Regierung für die Stornierung des Projekts zurückzufordern.
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Zur AktienanalyseIm Oktober letzten Jahres gab TC Energy bekannt, dass das Unternehmen seine Ölpipeline-Sparte in eine neue Gesellschaft namens South Bow Energy ausgegliedert habe. Trotz der Unterstützung von Präsident Trump für den Bau der Keystone XL-Pipeline erklärte South Bow, dass das Unternehmen mittlerweile vom Projekt abgerückt sei.


