Kanadas Arbeitsmarkt verliert im Februar 83.900 Stellen
Überraschender Einbruch: Die Arbeitslosenquote klettert auf 6,7 Prozent – der stärkste Rückgang seit fast 17 Jahren.

Kanadas Arbeitsmarkt hat im Februar einen massiven Einbruch erlitten. Die Wirtschaft verlor netto 83.900 Arbeitsplätze, wie Statistics Canada am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg damit auf 6,7 Prozent – deutlich über dem Vormonatswert von 6,5 Prozent.
Analysten hatten mit einem völlig anderen Bild gerechnet: Erwartet wurden ein Zuwachs von 10.000 Stellen und eine Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent. Das tatsächliche Ergebnis verfehlte diese Prognosen damit weit. Einen vergleichbaren Stellenabbau gab es zuletzt vor fast 17 Jahren – klammert man die Lockdown-Monate der Pandemie aus.
Besonders gravierend: Der Rückgang traf sowohl den Dienstleistungssektor mit einem Minus von 56.200 Stellen als auch den güterverarbeitenden Sektor mit 27.900 weniger Arbeitsplätzen. Allein im Vollzeitbereich gingen 108.400 Stellen verloren. Auch der öffentliche Dienst büßte 17.100 Stellen ein.
Trumps Zölle belasten die kanadische Wirtschaft
Hintergrund des Abschwungs sind die US-amerikanischen Strafzölle unter Präsident Donald Trump. Kanadas Wirtschaft leidet besonders unter Abgaben auf Stahl, Automobil, Holz und Kupfer. Unternehmen halten Investitionen zurück und kündigen Entlassungen an – mit direkten Folgen für den Arbeitsmarkt.
In der Kombination mit dem Stellenabbau im Januar ergibt sich ein Gesamtverlust von 109.000 Arbeitsplätzen in nur zwei Monaten. Das macht die beeindruckenden Zuwächse von 189.000 Stellen zwischen September und Dezember 2024 fast vollständig zunichte. Auch die Beschäftigung in der Kerngruppe der 25- bis 54-Jährigen sank im Februar um 37.000 Personen – der stärkste Rückgang seit August 2024.
Besorgniserregend für die Bank of Canada ist zudem der Anstieg der Löhne: Die durchschnittlichen Stundenlöhne von Festangestellten stiegen um neun Prozentpunkte auf 4,2 Prozent – den höchsten Stand seit Oktober 2024. Dieser Inflationsindikator erschwert der Zentralbank ihre geldpolitischen Entscheidungen, da höhere Löhne den Preisdruck befeuern können.
Märkte reagieren mit Kursbewegungen
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Zur AktienanalyseAn den Finanzmärkten zeigte die Nachricht unmittelbare Wirkung. Der kanadische Dollar schwächte sich um 0,4 Prozent auf 1,3693 CAD je US-Dollar ab, was einem Wert von 73,03 US-Cent entspricht. Die Renditen zweijähriger kanadischer Staatsanleihen fielen um 4,7 Basispunkte auf 2,621 Prozent – ein Zeichen, dass Investoren auf weitere geldpolitische Lockerungen der Bank of Canada setzen.
Die Bank of Canada und Ökonomen hatten bereits vor weiteren Stellenverlusten gewarnt. Angesichts der anhaltenden Handelskonflikte mit den USA dürfte der Druck auf den kanadischen Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten kaum nachlassen.

